Knöpfchen drücken

Hypothese:

 

Weltliche, alltagspersönliche (Zweier-)Beziehungen funktionieren, solange beide Seiten den Eindruck haben, dass sie überproportional von der Beziehung profitieren - also wenn/solange sie der Ansicht sind, dass der aus der Beziehung gezogene Nutzen für sie größer ist, als der für die Beziehung betriebene Aufwand. Oder genauer: wenn sie glauben, dass sie vom Partner stärker profitieren, als der Aufwand ist, den sie für den Partner betreiben müssen.

 

Das muss keinesfalls objektiven Maßstäben entsprechen. Im Extremfall kann es sogar so sein, wie in der Geschichte mit dem Brei aus einer Axt... Sobald aber einer der Beziehungspartner den Eindruck gewinnt, dass er "nicht mehr genug von der Beziehung hat", ist das Ende der Beziehung programmiert. Sie geht möglicherweise in einen langsamen Sinkflug über, kann auch steil abschmieren oder explodiert gar in der Luft.

 

Der sich benachteiligt glaubende zieht beispielsweise selbst Aktivität ab, um auszugleichen bzw. seine Verluste wieder reinzuholen. Das bekommt irgendwann die andere Seite mit und agiert genauso. Das ist der mehr oder weniger steile Sinkflug. Das schnelle Ziehen eines Schlussstrichs wäre die Explosion im Flug. Weitere Varianten kennt jeder aus seinem Leben (von sich und anderen).

 

In einer kapitalistisch gewinnorientierten Welt, die ja letztlich nur Ausdruck der zugrundeliegenden Haltungen ihrer Bewohner ist, kann schon eine 50/50-Situation nicht hingenommen werden. Das ist erschreckend, denn das wäre ja zumindest eine grobstofflich-rechnerisch faire Situation.

 

Ausweg kann nur eine spirituelle Perspektive sein, die sich darüber hinaus darüber klar ist, dass menschliches Messen und Werten ohnehin an Nichtlinearität und Multifaktorialität scheitert.

 

Damit soll jedoch nicht gesagt sein, dass man sich ausnutzen lassen soll! Lediglich der AP-liche Blick auf die Beziehungen (letztlich jeder Art) muss durch die spirituelle Perspektive ergänzt, schrittweise abgeschwächt, ja letztlich ganz überwunden werden.

 

Allerdings ist der letzte Punkt ferne Zukunftsmusik, da bei "normalen Menschen" das HS ja nicht so frei gegen sich selbst und so weit entwickelt ist, dass man an seine völlige Unvoreingenommenheit glauben könnte. Trotzdem, dies wäre die Richtung des Weges. Sich herausnehmen aus den Situationen (üben) ist ein Schritt in die Objektivität.

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