Wort zum Sonntag

Mal ein wenig Mahnung von den armenischen Vätern. Kann ja nicht schaden! Allzu schwer zu übertragen ist das ja auch nicht. ^^

 

Die Schuhe unserer Füße klagen uns an, weil unsere Wege nicht heilig sind. Unsere Kleider schreien über unsere Werke, weil wir entblößt sind vom himmlischen Gewand. Unsere Pferde offenbaren an uns, daß wir nicht hingerissen sind vor dem Angesicht Gottes über den Lüften. Die Bauten unserer Schlösser tun es kund, daß wir keinen Tempel haben im Himmel, der nicht von Händen gemacht ist, in den einzutreten berufen sind, alle Klassen derer, welche vor irdischem Leid sich fürchten. Die Besitzungen unserer Äcker werfen uns vor, daß wir unsern Anteil nicht haben am himmlischen Lose. 

Würdevergessen, unersättlich sind wir beim Essen, und ohne Maß trinken wir den Wein, der Gedanken und Geist verwirrt. Tiefem Schlaf überlassen wir uns alle, und der Traum dünkt uns Wahrheit. Das Auge unseres Geistes ist geschlossen für geistliche Gedanken und unersättlich gafft es hinein in das Treiben der Welt. Taub sind die Ohren für die heiligen Lesungen und gern horchen wir auf das Stimmgetön unserer Herden. Der Fremdling ist uns kein angenehmer Geruch im heiligen Geiste, weil wir liebgewonnen haben das Öl der weltlichen Leidenschaften. Der Gaumen unserer Seelen kostet nicht die himmlische Nahrung, weil wir fett geworden sind an mannigfaltigen Speisen. Die Farbe unseres Gesichtes ist dunkel, weil wir uns die Augen nicht ergötzen an heiligen Gedanken. Die Glieder unseres Leibes sind voll Schmerz, weil wir die Seele krank machen vor dem Leibe. Übertünchten Gräbern gleichen wir, weil wir leer sind von den Gnaden des Heiligen Geistes.

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