Seelengrund andersrum

In die einsame, stille, freie Gottheit trage deinen unnützen, hässlichen Seelengrund, der überwachsen ist mit Unkraut, ledig alles Guten, und voll der wilden Tiere. Gott entgegen trage deine Finsternis, die allen Lichtes entbehrt, und lass ihn dich erleuchten.

(J. Tauler)

 

Hier von Tauler eine negative Version des Seelengrundes. Er scheint den Seelengrund quasi als unterste Ebene, als weitestmöglichen Abstieg in die Trennungswelten, als animalische Ebene zu verstehen, die aber gleichwohl hinzunehmen ist, wie bei der Weg-Arbeit der Ausgangspunkt, der reale Punkt, an dem man sich gegenwärtig befindet.

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Kommentare: 1
  • #1

    Ruth Finder (Freitag, 16 November 2018 19:31)

    Und wenn man ganz nach unten angekommen ist, bedarf es eines Impulses, um Gott entgegen zu streben. Ist das vielleicht die Erinnerung (am Anfang als eine unbestimmte Sehnsucht, später als Gewissheit) an eben diesen reinen Anfangszustand zu Beginn des ersten Nus in den TW (nach L.). Denn es geht nichts verloren.