Hölle

Worte drehen sich im Kreis, lassen vieles offen, bewirken manchmal mehr Fragen als sie beantworten können... Das ist richtig. Auf der anderen Seite gibt es aber manchmal auch diese Aneinanderreihungen von Worten, die alles transparent werden lassen, licht, verständlich. Worte der Wahrheit. Manchmal zeitlos wahr. Manchmal abhängig vom Moment - Jetzt: sehr wahr! Ein andermal oder für einen anderen: wenig! Heute hat mich Meister Eckhart mit solch einem Satz erwischt. Er sagte:

 

"Ich war in der Hölle. Das Einzige das dort brennt, ist das, was ihr nicht loslassen wollt."

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Kommentare: 3
  • #1

    Clemens (Freitag, 26 Oktober 2018 18:54)

    Nach einigem Schwelgen und Freuen: Erinnert an die Schalenhölle(n) à la Stylianos Atteshlis. Dort noch informationsmäßig erweitert durch die Information, dass die Eigner der Höllen das Brennen nicht bemerken.

  • #2

    Simon (Freitag, 26 Oktober 2018 23:17)

    Erinnert mich an eine Buddhistische Geschichte in der ein Schüler seinem Meister fragt: “Wie kann ich mich von dem, was mich an die Vergangenheit heftet, lösen?” Da stand der Meister auf, ging zu einem Baumstumpf, umklammerte ihn und jammerte:
    “Oh, was kann ich nur tun, damit dieser Baum mich loslässt?”

    Aus eigener Erfahrung möchte ich hier bemerken:
    "Es gibt verdammt ausgekochte und hinterlistige Bäume!"

  • #3

    Ruth Finder (Samstag, 27 Oktober 2018 12:23)

    Das ist das gewöhnliche Re- und Agieren unseres irdischen Selbst, dieses ewige Drama, das das Feuer brennen lässt und die Faszination /das Festhalten für (an) eben dieses(m) befeuert. Gleichzeitig aber verbrennt uns das; ja und viele merken das nicht einmal.

    Frei werden von sich selbst heißt loslassen und frei werden von diesem Trugbild.

    Im Paradies brennt/leuchtet dann das losgelöste, frei gewordene höhere Selbst.