Ja, Kabîr VIII !

"Am Ende der Erdenentwickelung werden die Menschen es erreichen, dass eine Zeit kommt, in welcher das selbständig gewordene Ich in seinem Innersten aus voller Hingabe den Impuls hat, das Rechte und das Gute zu tun. Wenn die Liebe so vergeistigt ist, dass niemand anderes wollen wird, als zu tun, was das Richtige ist, dann ist das erfüllt, was der Christus Jesus in die Welt bringen wollte. Denn das ist eines der Geheimnisse des Christentums, dass es lehrt: Schaut hin auf Christus, erfüllt euch mit der Kraft seiner Gestalt, versucht zu werden wie er, ihm nachzufolgen; dann wird euer befreites Ich so, dass es kein Gesetz braucht, dass es als in seinem Innersten freies Wesen das Gute, das Rechte tut. So ist Christus der Impulsbringer der Freiheit vom Gesetz, so dass das Gute nicht wegen des Gesetzes, sondern als Impuls der im Innern lebenden Liebe getan wird.

(...) Der Mensch, der heute schon ein freies Wesen wäre - man nennt ihn den "Heimatlosen" auf einer gewissen Stufe der esoterischen Schülerschaft -, der ist doch noch ein Ideal! Wer sich freiwillig hineinstellt in das Weltenwirken, der ist individuell, der wird nicht durch das Gesetz geregelt. Im Christus-Prinzip liegt die Überwindung des Gesetzes: "Denn das Gesetz ist durch Moses gegeben; die Gnade aber durch Christus" (I, 17). Als Gnade bezeichnete man im christlichen Sinne die Fähigkeit der Seele, aus dem Innern heraus das Gute zu tun."

(Ruth Finder aus "Johannes-Evangelium" von Rudolf Steiner)

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