Kabîr VIII

Oh Bruder! Als ich vergesslich war, zeigte mir mein wahrer Lehrer den Weg.
Ich ließ alle Riten und Feierlichkeiten hinter mir und badete nicht mehr im heiligen Wasser.
Ich lernte, dass ich allein es war, der wahnsinnig und verrückt war,
die ganze Welt um mich herum aber vernünftig und gesund
und ich diese weisen Menschen nur gestört hatte.
Von da an wusste ich,

dass ich mich nicht mehr im Nebel der Ehrerbietung und Verbeugung zu wälzen brauchte:
Ich läutete die Glocke im Tempel nicht mehr,
ich setzte kein Götzenbild mehr auf den Thron,
ich verehrte das Götzenbild nicht mehr mit Blumen.
Es ist nicht die einfache Lebensweise, die das Fleisch kasteit, um den Herrn zu erfreuen.
Wenn du deine Kleider ablegst und deine Sinne abtötest, wirst du den Herrn nicht erfreuen.
Der Mensch, der gütig und freundlich ist, der Rechtschaffenheit praktiziert,
der passiv bleibt inmitten der weltlichen Angelegenheiten,
der alle Kreaturen der Erde als sein eigenes Selbst ansieht,
der erlangt das unsterbliche Sein und der wahre Gott ist immer mit ihm.
Kabîr sagt: "Der erlangt den wahren Namen,

dessen Worte rein sind und der frei ist von Stolz und Dünkel.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    C. (Freitag, 19 Oktober 2018 19:52)

    "Ich lernte, dass ich allein es war, der wahnsinnig und verrückt war,
    die ganze Welt um mich herum aber vernünftig und gesund
    und ich diese weisen Menschen nur gestört hatte."

    Da könnte man noch etwas dran deuteln...