Aus der Bubel 17

Auf einer Fahrt erfuhr Rabbi Jehuda Zwi von Stretyn, dass Rabbi Schimon von Jaroslaw in der entgegengesetzten Richtung desselben Weges fahre. Er stieg aus dem Wagen und ging ihm entgegen. Aber auch Rabbi Schimon hatte von seinem Nahen gehört, war ausgestiegen und kam ihm entgegen. Sie begrüßten einander brüderlich.

Dann sprach Rabbi Jehuda Zwi: "Jetzt ist mir den Sinn des Spruchs aufgegangen: 'Mensch und Mensch begegnen, Berg und Berg begegnen nicht.' Wenn der eine sich für einen einfachen Menschen hält und der andere desgleichen, können sie einander begegnen. Wenn aber der eine sich für einen hohen Berg hält und der andere desgleichen, können sie einander nicht begegnen."

(Ruth Finder)

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Kommentare: 3
  • #1

    C. (Freitag, 05 Oktober 2018 19:32)

    Interessant, dass sowohl beim Berg (verständlich) als auch beim einfachen Menschen von "sich HALTEN für" gesprochen wird. Nicht von SEIN.

  • #2

    K (Samstag, 06 Oktober 2018 08:08)

    Interessant wäre die Frage, ob sie sich auch begegenen können, wenn der eine sich für einen einfachen Menschen hält (es aber nicht ist) und der andere ein einfacher Mensch ist. Dann hängt es wahrscheinlich vom "richtigen" einfachen Menschen ab, ob er auf den anderen zugeht, dem anderen ist das innerlich ja nicht möglich.

  • #3

    TvB (Samstag, 06 Oktober 2018 16:22)

    Die relative Effizienz dessen, der sich für einen einfachen Menschen hält, entspricht im übertragenen Sinn dem Effekt der Buddhamaske.