Warum?

Es wurde an verschiedenen Stellen schon mehrfach betont: Ludwig hält die "Interpretationsarbeit" sehr hoch, schätzt sie sehr, drückt sie Schülern des Weges mit Freuden, Inbrunst und Überzeugung aufs Auge.

 

Die Frage ist, warum? Man könnte hier jetzt eine Meinungssammlung machen. Wahrscheinlich würden etliche auf die naheliegende Antwort kommen. Es wären aber auch abweichende Meinungen möglich und denkbar - im Grunde auch dies eine "Interpretationsarbeit", bei der es ja grundsätzlich keine falschen Ansätze geben kann...

 

Kurz, Ludwig ist der Ansicht, dass Interpretationsarbeit - ebenso wie Innenschau und Selbstanalyse - eine Methode ist, um aus der Distanz heraus eine Fähigkeit zu entwickeln, die es schließlich in der Gegenwart/Gegenwärtigkeit anzuwenden gilt. Die Innenschau und Selbstanalyse arbeitet da mit zeitlicher Distanz. Die Interpretationsarbeit eher mit persönlicher Distanz, denn eine "ausgedachte Geschichte" betrifft einen ja erstmal nicht. Selbst wenn es ein Bericht über ein reales Geschehen ist, betrifft dieser Bericht einen nicht (naja, ausgenommen, es ist ein Bericht über einen selbst ^^).

 

Interpretationsarbeit schult uns, einen spirituellen Bezug in Geschehnissen innerhalb der Trennungswelten zu sehen. Fiktiv oder nicht fiktiv spielen dabei vordergründig keine Rolle. Selbst, wenn wir später die verstärkte Interpretationsfähigkeit mehr und mehr auf unser Tagesgeschehen bezogen anzuwenden beginnen, spielen fiktiv und nicht fiktiv zunächst eine untergeordnete Rolle.

 

Wichtig ist, dass wir unser Tagesgeschehen/ unsere Handlungen zunehmend in einem spirituellen Kontext betrachten bzw. sie zunehmend als spirituelle Hinführung begreifen lernen. Dass wir dabei anfangs mit der "Realität" nicht immer übereinstimmen, ist sekundär. Die Ergebnisse des neu gewonnenen Blickwinkels führen uns nach und nach in die richtige Richtung, in der wir schließlich mit der spirituellen Realität wahrnehmungsmäßig deckungsgleich werden (um es hier hundertprozentig zu formulieren).

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Kommentare: 1
  • #1

    L. (Montag, 08 Oktober 2018 07:26)

    Ganz ordentlich dargestellt. Zu unterstreichender Satz:

    "Wichtig ist, dass wir unser Tagesgeschehen/ unsere Handlungen (befoerdert durch Interpretationsarbeit) zunehmend in einen spirituellen Kontext betrachten bzw. sie zunehmend als spirituelle Hinführung begreifen lernen."