Schaf Selma

Am Freitag habe ich von RG ein kleines Büchlein mit einer Bildergeschichte über das Schaf Selma geschenkt bekommen.

Nachfolgend die Geschichte:


Ein Hund sagt: "Als ich mit der Frage nicht mehr weiter kam, suchte ich den großen Widder."

Der Hund geht zum großen Widder und fragt ihn: "Was ist Glück?"

Der große Widder antwortet ihm: "Dazu erzähle ich dir die Geschichte von Selma, dem Schaf...:

Es war einmal ein Schaf....
Das fraß jeden Morgen bei Sonnenaufgang etwas Gras...
...lehrte bis mittags die Kinder sprechen...
...machte nachmittags etwas Sport...
...fraß dann wieder Gras...
...plauderte abends etwas mit Frau Meier... (Frau Meier ist ein Geier.)
...schlief nachts tief und fest.
Gefragt, was es tun würde, wenn es mehr Zeit hätte, sagte es...:
"...ich würde bei Sonnenaufgang etwas Gras fressen...,
...ich würde mit den Kindern reden,...mittags.
Dann etwas Sport machen...,
...fressen...
...abends würde ich gerne mit Frau Meier plaudern...
...nicht zu vergessen: ein guter fester Schlaf."
"Und wenn Sie im Lotto gewinnen würden...?" (Man sieht, wie das Schaf von einer Person mit einem Mikrofon interviewt wird.)
"Also, ich würde viel Gras fressen,...am liebsten bei Sonnenaufgang...
...viel mit den Kindern sprechen...
...dann etwas Sport machen...
...am Nachmittag Gras fressen...
...abends würde ich gerne mit Frau Meier plaudern.
Dann würde ich in einen tiefen festen Schlaf fallen.""

Das Schaf zeugt von großer Zufriedenheit. Es ist in einem positiven Sinne bescheiden. Seine Lebenszufriedenheit kommt aus einer Dankbarkeit für verschiedene Aspekte des alltäglichen Lebens, was in dieser Geschichte als "Glück" bzw. "glücklich sein" bezeichnet wird.
"Gras fressen" kann als Bild für die materiellen Grundbedürfnisse gesehen werden: Essen, warme Behausung etc., monatliches Einkommen, das zum Leben reicht etc.
"Kinder sprechen lehren" steht für mich für das Nützlich sein für andere, guten Umgang mit anderen, Inspiration für andere sein.
"Sport machen": steht dafür, den materiellen Körper gesund und fit zu erhalten.
"Mit Frau Meier plaudern": Austausch mit anderen, schließlich spiritueller Austausch/ spirituelle Inspiration/ symbolisch letzlich für spirituelle Gemeinschaft.
"tief und fest schlafen": wichtige Erholungspausen, ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Aktivität und Erholung.
Bemerkenswert scheint mir auch, dass das Schaf in der Geschichte einen Rhythmus und eine Struktur einhält. Es hat für sich feste Zeiten für bestimmte wiederkehrende Aktivitäten. Ein strukturiertes Leben scheint mir sehr förderlich zu sein, um z. B. spirituelle Praxis gut in das eigene Leben einzubauen.

Nun hatten wir ja schon ganz oft als Thema, dass wir alles auf die richtige oder falsche Weise tun können und dass es dabei auf die innere Einstellung ankommt.
In der negativen Ausprägung würde das Schaf Selma dann unsere Tendenz, innerlich einzuschlafen, symbolisieren. Das Einrichten statt des Ausrichtens. Zufriedensein mit den alltäglichen Dingen und darüber hinaus keine Fragen stellen, keine Auseinandersetzung mit für die AP unbequemen Dingen. Kein Hinterfragen der eigenen Gefühls-, Denk- und Verhaltensmustern. Zufriedensein mit dem, was man scheinbar schon erreicht hat und kein Bemühen, sich darüber hinaus weiter zu entwickeln. Innere träge lähmende Routine, Gefangensein in den eigenen gewohnten Mustern.

(Karin)

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Kommentare: 1
  • #1

    R.G. (Montag, 01 Oktober 2018 08:41)

    Als kleine Ergänzung zu K.s schöner und ausführlicher Deutung:
    Selbst mit mehr Zeit und mit mehr Geld würde Selma nichts anderes tun als vorher. Das kann man auch auf ein Durchbruchserlebnis übertragen. Wir sorgen weiter gut und immer besser für uns, unsere Mitschafe und die Weide. Und das mit immer mehr Freude.