Das Licht

Rabbi Jakov ben Katz wurde oft gefragt, wie er den geistigen Weg in der Welt beschreiben würde. Seine Antworten waren vielfältig: Überraschend oder schon bekannt; bildhaft oder nüchtern; kurz oder auch länger, humorvoll oder von tiefgründiger Ernsthaftigkeit; an den Fragestellenden angepasst oder auch solche, die jemanden dazu veranlaßten, selbst weiter nachzudenken.

Einmal fragte ein Schüler den Rabbi, wie sein - des Rabbis - Weg so sei. Der Schargoroder antwortete: "Ich gehe an einem sonnigen Tag eine breite Allee entlang und Licht und Schatten wechseln sich zu meiner Freude auf meinem Gesicht ab."

"Es gibt aber auch graue Tage. Wo ist da die Freude?", warf der Schüler ein.

"Und an einem grauen Tag gehe ich mit Freude diese Allee entlang, denn ich weiß, dass das Licht hinter der Wolken doch immer noch da ist."

Alle Meister sind allzeit voller Freude, weil sie wissen und erleben, dass das ewige Licht Gottes trotz aller Umstände auf immer und ewig auf uns scheint. Nicht wahr?

 

(Ruth Finder)

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