Licht

Wie das "grobstoffliche" Licht in den Trennungswelten während seiner Bewegung unsichtbar ist und erst durch das Auftreffen auf einer Oberfläche quasi indirekt durch die Beleuchtung der Oberfläche sichtbar wird, so ist es auch mit dem göttlichen Licht in den Trennungswelten. Hier ist die ideal beleuchtete Oberfläche das universelle Konzept Mensch, das durch seine dreifache Verkörperung (grobstofflich, psychisch, noetisch) die größtmögliche Projektionsfläche bietet.

 

Das heißt, auch grobstoffliche Materie oder psychisch belebte Materie (Pflanzen, Tiere etc.) reflektieren das Gotteslicht, aber in geringerem Maße.

 

Der Mensch bietet aber vorerst und großteils nur als Idealkonzept die bestmögliche Reflexionsfläche für das Licht Gottes, da er im Zustand auf dem Weg mit zahllosen Verunreinigungen getrübt ist.

 

Anzustreben ist für ihn praktisch, um bei farblichen Vorstellungen zu bleiben, ein reinweißer Endzustand, der das Spektrum innerhalb des göttlichen Lichtes optimal weiß zurückstrahlen - also innerhalb der Trennungswelten optimal sichtbar werden lassen kann.

 

Diese Sichtweise erklärt recht schön, warum es niemals zwei gleich entwickelte Menschen geben kann und warum niemals zwei Menschen - selbst wenn sie versuchen, absolut identische Wege zu beschreiten, völlig gleiche Entwicklungsstatien durchlaufen können.

 

In unsauberen Zuständen werden Individuen einfach unendlich viele unterschiedliche Spektrumsanteile des Gotteslichtes, das ja in nicht in Worte zu fassendem Maße vielfältiger ist als das Lichtspektrum im grobstofflichen Bereich, mehr oder weniger stark reflektieren. Erst im reinweißen Endzustand gibt es dann eine scheinbare Gleichheit, die jedoch durch die individuelle Entwicklungsgeschichte (Individuation) aufgehoben ist.

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Kommentare: 7
  • #1

    Jonas (Dienstag, 25 September 2018 14:14)

    Vielen Dank für Deine Darlegungen, Clemens, mir drängen sich dazu noch einige Fragen auf.

    Meinst Du mit dem göttlichen Licht ätherische Vitalität oder übergeordnet "Geist" als göttliche Übersubstanz/Emanation Gottes (gem. Daskalos)?

    Entspricht diese göttliche Licht dem, was wir in der spin.Psychopraktik als reinweißes Licht visualisieren?

    Wie kann man sich die oberflächliche Absorption von Fraktionen des Gotteslichtes vorstellen? Etwa so wie in Analogie zu den inneren Blockaden, die ja ebenfalls ätherische Vitalität in Bereiche (ab)lenken, wo sie nicht hingehören?

    Auf unser Modell der Tugendpyramide umgelegt würde das bedeuten, dass wir erst dann reinweiß erstrahlen, wenn wir unsere Pyramide ABSOLUT fertiggestellt hätten. Also absolut vollendete Meister wären. Vorher (als relativ vollendete Meister bzw. als relative Meister) würden wir noch bunt fröhlich schillernd sein, jeder in seiner individuellen Farbmischung.
    Ich gehe davon aus, dass rel. vol. Meister das auch wahrnehmen können.

  • #2

    C. (Dienstag, 25 September 2018 15:02)

    Meinst Du mit dem göttlichen Licht ätherische Vitalität oder übergeordnet "Geist" als göttliche Übersubstanz/Emanation Gottes (gem. Daskalos)?

    - Eher letzteres. Emanation bzw. direkter Ausdruck der göttlichen Gegenwart. Das schließt ätherische Vitalität aber nicht aus. Man könnte sie als selbigen Ausdruck auf einer niedrigeren/anderen Ebene verstehen.

    Entspricht diese göttliche Licht dem, was wir in der spin. Psychopraktik als reinweißes Licht visualisieren?

    - Hier würde ich den Fokus eher genau umgekehrt zum Vorangehenden legen.

    Wie kann man sich die oberflächliche Absorption von Fraktionen des Gotteslichtes vorstellen? Etwa so wie in Analogie zu den inneren Blockaden, die ja ebenfalls ätherische Vitalität in Bereiche (ab)lenken, wo sie nicht hingehören?

    - Ja. Wieder analog zu den Farben bedeutet das, dass eine grüne Oberfläche eben nur Teile des weißen Lichtes absorbiert (rot) und den Rest (das grüne Licht - also gelb und blau) aufgrund der "Verunreinigungen" reflektiert.

    Auf unser Modell der Tugendpyramide umgelegt würde das bedeuten, dass wir erst dann reinweiß erstrahlen, wenn wir unsere Pyramide ABSOLUT fertiggestellt hätten. Also absolut vollendete Meister wären. Vorher (als relativ vollendete Meister bzw. als relative Meister) würden wir noch bunt fröhlich schillernd sein, jeder in seiner individuellen Farbmischung.
    Ich gehe davon aus, dass rel. vol. Meister das auch wahrnehmen können.

    - Ja und ja. Ich vermute sogar, dass wir alle das mehr oder weniger gut wahrnehmen können und dies mitverantwortlich für Sympathie und Antipathie ist - neben beispielsweise karmischen Banden oder Impulsen der animalischen Ebene.

  • #3

    Jonas (Dienstag, 25 September 2018 15:15)

    Vielen Dank für Deine Antworten, ist für mich alles sehr stimmig.

  • #4

    R.G. (Dienstag, 25 September 2018 15:29)

    "Der Herr...weist darauf hin, daß die Jünger sowohl wie alle oberen Mächte bis hinauf zu den Emanationen des Lichtes aus ein und demselben Teige, d.h. aus derselben Mischung sind. Deshalb besteht die Hauptaufgabe darin, sich von dieser Mischung der Materie zu reinigen, und das ist nur möglich, wenn man die Mysterien des Lichtes erstrebt, die die Körper von der Materie reinigen und zu reinem Lichte machen."
    Pistis Sophia, XXVIII

  • #5

    Jonas (Dienstag, 25 September 2018 16:57)

    Starkes Zitat, R.G., sehr beeindruckend, passt wunderbar zu C.´s Ausführungen.
    Die Mysterien des Lichtes erstreben, welche "die Körper von der Materie reinigen" - hört sich für mich nach Weg-Arbeit an. Die "Materie" könnte man dann als unsere drei AP Körper betrachten, die eben sukzessive zu reinigen wären.
    "und zu reinem Lichte machen" wäre unser fernes Ziel, als absolut vollendete Meister, die das göttliche Licht vollkommen reflektieren.

  • #6

    Jonas (Dienstag, 25 September 2018 17:03)

    Wobei wir dann letztlich auch zum Licht werden, wenn wir auf den alten Meister vertrauen können, der (als Logos) sagte: "Ich bin das Licht der Welt".

  • #7

    Simon (Dienstag, 25 September 2018 18:35)

    Tolle würde vielleicht sagen:

    "Ich bin das Jetzt der Welt"