In Stein gemeißelt II

Eines der schönsten mittelalterlichen Gebäude Lübecks ist in der Breiten Straße das prächtige "Haus der Schiffergesellschaft", das in seiner jetzigen Form im Jahre 1535 entstand.

Dieses einzig erhaltene Gildehaus diente verschiedenen Schifffahrts-Handelsgesellschaften als Versammlungs- und Gildehaus.

Bevor der Besucher durch die schöne Rokokotür das Haus betritt, ist auf den beiden bemalten Außenstelen die treffende Alltagsweisheit abzulesen: "Allen zu gefallen, ist unmöglich!"

Neben dem Eingang ist auf der rechten Seite eine Tür mit dem Schriftzug "Gotteskeller" zu entdecken. Früher gab es solche Keller in der Altstadt mehrfach. Sie bezeichneten eine trockene Unterkunft für Obdachlose und verarmte Menschen, die hier für "Gotteslohn" (also kostenlos) leben konnten.

Ganz so großzügig war aber die Schiffergesellschaft einst nicht, denn sie ließ ihren Hausmeister in diesem "Gotteskeller" wohnen.

 

(Text und Bild myheimat.de)

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Kommentare: 1
  • #1

    C. (Donnerstag, 20 September 2018 16:44)

    Klar, das ruft Kritik hervor: Wenn man sich beim ersten Eindruck feiern lässt und bei genauerem Hinsehen eine knauserige Arschkrampe ist. ^^

    Da müssen dann schnell noch zwei Stelen her. Mit einem schlauen Spruch.

    Allerdings sind die Gildies aus Lübeck da bestenfalls ein frühes Beispiel. In der Wirtschaft ist das heute wohl überall so üblich, dass 95% ein schöner Traum wären.