Sträubungen

Heute bin ich dann doch beim dritten Anlauf gescheitert. Habe nochmals versucht, Bruce Wilkinsons "Ein Leben, das Gott belohnt" durchzuhören. Eigentlich ganz interessant von der Gelehrtheit her. Alles reichlich belegt. Viele Querverweise. Problem: Allzu wörtliches Textverstehen und relative systemische Blindheit (Innenansicht macht Außenansicht schwer).

 

Wilkinsons Thema: Der Lohn Gottes für ein gottgefälliges Leben. Er meint, dass - kurz gefasst - wie es verschieden schwere ewige Höllenbestrafung für Sünder gäbe, es auch verschieden "schöne" ewige Belohnungen im Himmel gäbe - also je besser man im Leben war, desto besser werde es für alle Ewigkeit im Himmel.

 

Klar, Gott kann es machen wie er mag, aber mir erscheint solch ein kurz heruntergebrochenes Konzept doch fast unerträglich, wenn es dann auch noch mit totaler Ernsthaftigkeit vertreten und ausgewalzt wird. Dabei lässt sich das ganze sogar recht leicht als im übertragenen Sinne zu verstehen begreifen. Vorstellungen von Karma, Weg-Arbeit, Reinkarnation sind dazu aber schwer verzichtbar.

 

Naja, und mit Belohnungen allein die Leute zu ködern finde ich auch irgendwie arm. Wenn dann in der Bibel steht, dass im Himmelreich die irdischen Opfer hundertfach vergolten werden und Wilkinson dann von 10000prozentiger Rendite schwadroniert... Da war mein point of no return erreicht. Buch aus und gelöscht.

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Kommentare: 1
  • #1

    Ruth Gabriel (Mittwoch, 19 September 2018 08:54)

    Das nennt man dann wohl spirituelles Bankentum. In Anlehnung an den spirituellen Materialismus.