Problem

Gerontikon 416: Es kam einmal ein Knabe, damit er von der Besessenheit geheilt werde. Die Brüder brachten ihn in das Koinobion des Ägypters. Der Alte kam heraus und sah, wie der Bruder mit dem Knaben sündigte. Er verurteilte ihn jedoch nicht, sondern sagte: "Wenn Gott, der sie gebildet hat, sie nicht mit Feuer verbrennt, wer bin dann ich, dass ich sie tadle?"

 

Hier ist das gleiche Phänomen erfahrbar, dass im vorigen Blogbeitrag anklingt. Einiges (?) entsteht im Kopf, ohne dass es einen realen Bezug haben muss. Ein Bruder, der mit einem Knaben sündigt? Sie könnten gewürfelt haben. Oder den Namen des Herrn unnütz im Munde geführt haben. Oder sie könnten sich schmuddelige Witze erzählt haben...

 

Falls aber gemeint ist, was sich aufdrängt, dann ist interessant, dass die Kirche scheinbar schon immer das gleiche Problem hatte. Da läuft möglicherweise seit 1600 Jahren oder länger etwas schief mit der Enthaltsamkeit. Auch die Bewältigungsstrategie des "Alten" erinnert in vielem an aktuelle Vorgehensweisen.

 

Und: Wenn man die Argumentation verallgemeinern wollte, dann wäre das ein erstaunlicher Freifahrschein für eine Menge unschöne Dinge.

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Kommentare: 1
  • #1

    Ruth Gabriel (Mittwoch, 19 September 2018 08:42)

    Wir können Verhalten hinterfragen, ohne zu richten. Ebenso können wir richten, ohne zu hinterfragen. Weg-Arbeit besteht aus hinterfragen, um auszurichten.