Drei in eins gelesen

Der Riziner wird in der Bubel (S. 501) mit der Aussage zitiert: "...wie es der Menschen Art und Nötigung ist, zu sündigen und immer wieder zu sündigen, so ist es Gottes Art und göttliche Nötigung, zu vergeben und immer wieder zu vergeben."


Er tröstet damit einen Schüler, der sich darüber grämt, dass er immer wieder Buße tut und direkt danach wieder sündigt. Man könnte diese Aussage dahingehend missverstehen, dass sie ein Freifahrschein für alle weiteren Sünden der Zukunft ist, aber dass wäre ein falscher Ansatz. Sie bezieht sich nur auf die zurückliegenden Sünden - bis hin zur letzten nach der letzten Buße. Der gegenwärtige Moment ist der Moment der möglichen Befreiung von der Sünde.


In der buddhistischen Psychologie wird der gleiche Sachverhalt durch die starke Betonung des gegenwärtigen Augenblicks als Moment der steten Bemühung (jetzt! und jetzt! und jetzt!) hervorgehoben - unterstrichen durch den Verweis auf die Unsicherheit der (APlichen) Zukunft.


In der "Wolke des Nichtwissens" (oder im "Brief", ja, ich denke dort!) verweist der unbekannte Meister auf unsere Aufgabe, in jedem Nu (Sechstelsekunde) die "richtigen" Bewusstseinsimpulse stattfinden zu lassen. Er erwähnt dabei weder die Vergangenheit noch die Zukunft.


Alle drei Ansätze sind letztlich deckungsgleich und setzen sich nicht mit einem tatsächlich bevorstehenden Ende oder einer unüberbrückbaren Vergangenheitsschuld auseinander. Beides wäre wegführend von der tatsächlich möglichen Befreiung. Sie muss nur umgesetzt werden. Sie muss nur umgesetzt werden. Sie muss nur umgesetzt werden.

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