Samsara und Nirvana sind eins...

Ja, in der Tat. Habe eben einen etwas längeren Text von Wilhelm Gundert abgeschrieben und - weg ist er... ^^

 

Das abschließende japanische Gedicht, das ich eigentlich gar nicht mit notieren wollte, steht jetzt hier anstelle des nirvanisierten Abschnittes:

 

Ist die Welt ein Traum?

Ist sie wesenhaft? - Sage! -

Weder wesenhaft,

Noch auch Traum, dass ich wüsste:

Ein Etwas, ein Nichts in Einem.

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Kommentare: 1
  • #1

    Diana (Sonntag, 05 August 2018 12:49)

    Auch das Gedicht allein war inspirierend :-)

    Das gleichzeitige Erkennen von Etwas und Nichts ist das Ergebnis eines langen Weges. Etwas und Nichts sind der Weg, an dessen Ende man beides gleichzeitig erkennen kann.

    Auf dem langen Weg hin zu unserer Befreiung ist uns die Welt etwas Wesenhaftes, Greifbares, Reales. Wir sind in ihr und von ihr, wir produzieren sie, wir sind mit ihrer Realität identifiziert, verwickelt. Und diese Identifikation führt zu einer so engen Verbindung, dass man innen und außen, ich und die Welt, als eins, ungetrennt erlebt. So wie wir uns lange Zeit auch mit unserem Körper verwechseln, weil er uns so fest, greifbar erscheint, immer da ist. Wir sind er. Frau oder Mann, alt oder jung.

    Durch unsere unentwickelte Sicht und Sein bzw. Existenz, produzieren wir die Welt um uns im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur als Bedingungen im persönlichsten Umfeld, so dass wir uns laufend in unsere eigene falsche Welt verstricken, mit den eigenen geschaffenen Geistern (Elementalen) und Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Wir verstricken auch unsere Mitmenschen, nahe wie fern und halten unsere Vorstellungen und Wünsche, unsere Bilder ihnen gegenüber für real und wirklich. Wir denken, dass wir sie erkennen können, obwohl wir oft noch nicht einmal wissen, wer wir selbst wirklich sind. Wir produzieren und verursachen die Welt auf alle drei Säulen bezogen. So wie unser Lebens-, Denk- und Konsummuster im Kleinen die Probleme und das Leiden der Welt im Großen und Ganzen verursacht und abbildet.

    Im Zuge der Entwicklung ist es die Aufgabe und der Weg, zwischen dem Wesenhaften und der Illusion unterscheiden zu lernen. Aus dem Traum zu erwachen. Der Traum, dass die Materie die einzige Realität ist. Die Aufgabe ist komplex, weil wir immer wieder überprüfen und lernen müssen, welche Instanz (AP, HS) in uns vorherrschend ist, welches Ergebnis unser Denken, Fühlen, Tun, Lassen und Wünschen bringt.

    Die Dichtigkeit der Welt können wir immer mehr hinter uns lassen, weil wir erkennen, dass die Materie nicht die einzig gültige Realität ist. Wir erkennen, dass die sichtbare Welt nur ein Schatten, ein Punkt, im Vergleich zur Realität der wahren Welt ist.

    Nichts bedeutet, dass wir die Identifikation mit der materiellen Welt, der Substanz, hinter uns lassen, das Feste, Greifbare, Offensichtliche. Wir wandern von der Manifestation zu den Ursachen, vom Bild zum Wesen, vom Schatten zum Licht. Wir wandern durch die Welt der Materie, in der wir Erfahrungen machen, hin zur absoluten Wahrheit, die wir immer mehr erkennen können. Wir weiten die Fäden der einengenden gewebten Existenz und blicken durch die Räume dazwischen, die immer größer werden, hindurch, zur einzigen Wirklichkeit. Bis es keine Fäden, keinen Stoff mehr gibt. Nur Realität. Das Etwas ist Nichts geworden.

    Nichts ist Leere. Leere ist Fülle, Alles. Nur in einer anderen Form. Formlos.

    Und dieses Wandeln und Bewegen vom Etwas zum Nichts, vom Nichts zum Etwas, ist ein Prozess, Bewegung, die sich als Prinzip fortsetzt. Auflösung von Nichts und Etwas in Alles und Nichts.