Dreifaltigkeit

Wenn wir annehmen, dass wir tatsächlich Ebenbild Gottes sind, dann wären wir auch dazu aufgefordert, ihn in seiner Dreifaltigkeit als Mensch Ausdruck zu verleihen bzw. uns mit ihm in seinen drei uns bekannten Aspekten zu verbinden. Alles andere wäre sonst einseitig, unausgewogen und nicht heilsam. 

Da wäre einmal der Bereich "Gott Vater" selbst, der in sich selbst ruhende, absolut stille, dunkle (ohne Licht) Teil Gottes, den wir tief in uns (verborgen) in unserem Urgrund finden und darin eintauchen können. Das könnte der Bereich sein, von dem Daskalos in den 7 Versprechen unter Punkt 6 schreibt: "Ich gelobe mir selbst, mich täglich in die absolute Seinsheit zu versenken und..." Ist das nicht auch die Ebene unseres Seins, worauf alle echten Kontemplationsübungen hin abzielen? Nämlich einzutauchen in diese unendliche Weite, Stille, Dunkelheit und einfach nur zu sein? Ist das das Reich Gottes in uns, das wir finden sollen?

Der zweite Bereich, der heilig-geistig dynamische, wäre für mich der aktive Ausdruck dieser Verbindung zum absoluten Sein. Konkret manifestiert beispielsweise in der bedingungslosen Liebe, die wir in uns empfinden können, die durch uns hindurchströmt und die wir zu Gott retournieren oder auch allen Menschen, Tieren, Pflanzen und Mineralischem zukommen lassen können. Das erkennen unseres Wahren Selbstes - Selbstbewusstsein - gehört genauso dazu wie die ätherische Vitalität, die wir geschenkt bekommen und in so vielfältiger Weise nutzen können. In Form von Gedanken, körperlicher Bewegung, Gefühlen der Liebe, usw.

Der dritte Bereich, der logoische, ist nicht so leicht zu fassen. Es ist für mich die Verbindung mit allen Menschen, die Verbundenheit, die Zusammengehörigkeit, das Gefühl, mich selbst in meinem vis a vis zu erkennen, dass der andere ich ist und umgekehrt. Die Gemeinschaft der Menschen, auch die spirituelle Gemeinschaft, wäre ebenfalls Ausdruck davon. Daraus ergeben sich viele Tugenden wie etwa Mitgefühl, Mitleid, aber auch Einfühlungsvermögen und Empathie. Gewahrsein, auch seiner Selbst, seiner Gedanken und Gefühle, seiner AP, bildet ebenfalls einen zentralen Bereich.

Wichtig scheint mir, alle drei Bereiche zu (er)leben, um als Mensch ausgewogen zu sein und sich IHM annähern zu können. So wie die drei Säulen der spirituellen Entwicklung scheinen mir diese drei göttlichen Aspekte in unserem Inneren der zentrale Anker zu sein, aus dem sich alle anderen Dinge, wie etwa die Tugenden, ableiten lassen. Und die der Bearbeitung und Verwirklichung bedürfen.

 

(Jonas)

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Kommentare: 1
  • #1

    Jonas (Mittwoch, 25 Juli 2018 13:31)

    Zur Frage nach dem Reich Gottes bin ich auf einer amerikanischen Homepage, die der Christian Church (Disciples of Christ) nahe steht, auf einen Hinweis gestoßen:
    http://www.explorefaith.org/faces/holy_lives/mindfulness_with_thich_nhat_hanh/finding_the_kingdom_of_god.php

    Der buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh fasst es so zusammen (frei übersetzt):"Wahrhaftig, das Königreich der Himmel und alles, das uns bestimmt ist, ist uns gegenwärtig, genau hier und genau jetzt."
    Er sieht das Reich Gottes in der Stille, in der göttlichen Gegenwart in uns.