"Bröderna Lejonhjärta" von Astrid Lindgren

Ich fragte Jonathan, warum er sich in Gefahr begeben müsse. Ebenso gut könnte er doch zu Hause am Feuer sitzen und es sich gut gehen lassen. Aber da antwortete mir Jonathan, es gebe Dinge, die man tun müsse, selbst wenn es gefährlich sei. "Aber warum bloß?", fragte ich. "Weil man sonst kein Mensch ist, sondern nur ein Häuflein Dreck", erwiderte er.

 

(Die Brüder Löwenherz)

 

Spirituell gesehen wäre die Frage, was das "sich in Gefahr begeben" bedeuten könnte, ohne das man nur ein Häuflein Dreck wäre. (Und "Danke" Frau Gabriel ^^)

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Kommentare: 3
  • #1

    Diana Michaelis (Donnerstag, 19 Juli 2018 13:35)

    Die schnellste Antwort, die mir dazu einfällt, ist folgende (wobei Schnelligkeit natürlich kein Qualitätskriterium ist):

    Dreck bleibt in der Ecke sitzen. Es ist die Lebensbestimmung von Dreck, alles dreckig zu machen und an den Dingen zu haften. Er weht dahin, wohin ihn der Wind trägt. Er sammelt sich in dunklen Ecken.

    Es ist aber die Bestimmung des Menschen, sich auf den Weg zu machen, herauszufinden, wer und was er wirklich ist. Und das ist eine gefahrenvolle Reise. Nicht auf das letzte Ziel hin betrachtet, für das HS, aber in den Zusammenhängen der unentwickelten AP und auf dem Weg hin zur Befreiung in gewisser Hinsicht schon.

    Sich aus der Einrichtung, dem alten Zuhause herauszuwagen, bedeutet Gefahr für die AP. Neue Erfahrungen bringen immer die Gefahr der Veränderung mit sich. Vor nichts hat die AP so sehr Angst wie vor ihrer Auflösung, Kontrollverlust, dem Verlust an Wirkung und Macht. Weil sie sich in ihrer ungeklärten Form und Existenz mit dem Unheilsamsten, das sie hat, verwechselt, identifiziert.

  • #2

    Jonas (Donnerstag, 19 Juli 2018 14:37)

    Wie kann man sich in spiritueller Hinsicht in Gefahr begeben? Als HS wäre das meines Erachtens nur dann möglich, wenn man sich festfährt oder einrichtet und dadurch die eigene Entwicklung ins Stocken gerät. Rückschritt ist ja eigentlich nicht möglich, wir lernen als HS dann halt nur sehr langsam dazu, das könnte man als "gefährlich" für den eigenen Fortschritt ansehen.

    Hinsichtlich unserer AP sieht das natürlich anders aus, hier können Verletzungen an unseren drei Körpern in der unterschiedlichsten Art auftreten.

    Aber das, worauf die Erzählung möglicherweise abzielt, betrifft unser Verhältnis zum göttlichen Plan. Wenn wir Dinge als richtig und notwendig erkennen werden wir uns von unserem ruhigen, kuscheligen Herdfeuer (unserer Einrichtung!) lösen und einfach das Richtige tun, weil es getan werden muss, auch wenn damit Gefahren für unseren Leib oder unseren Besitz verbunden sind. Daskalos hat das in vielen Fällen so gelebt, wie man beispielsweise in Markides´Büchern nachlesen kann.

    Es würde auch auf das Konzept des klassischen "Helden" umlegbar sein. Immer aus der Situation, dem Jetzt heraus das tun, was als richtig erkannt wird, unabhängig davon, welche Gefahren damit verbunden sind oder was die Leute davon halten. Ein Mensch, der im Sinne des Konzeptes Mensch zu verstehen ist, als Kind Gottes, das mit seinem wahren Wesenskern verbunden ist. Kein "Häuflein Dreck", wie eine materiell orientierte AP, die nur auf Befriedigung der Bedürfnisse ihres Egoismus ausgerichtet ist.

  • #3

    Ruth Gabriel (Samstag, 21 Juli 2018 15:25)

    Wir können den spirituellen Weg gehen, uns entwickeln mit dem „Ziel“ die eigene Ganz-Werdung, die eigene „Erleuchtung“ zu „erreichen“- spiritueller Materialismus sozusagen. Die Hinwendung und der Dienst am Anderen wird vermieden, wenn unser „Vorankommen“ gefährdet scheint. Das wäre dann das zu Hause am Feuer sitzen und es UNS gut gehen lassen.
    Wir können zudem aber auch dafür sorgen, dass es ANDEREN gut geht. Wir können Anderen immer mehr dienlich sein (siehe Demut), auch auf die „Gefahr“ hin, dass wir unsere eigenen Wünsche, unseren Eigenwillen hinten anstellen müssen.