Feder

Wenn man eine Feder - eine mechanische Feder, wie man sie in Uhren verwendet - in genügend Säure legt, dann löst sie sich völlig auf. Wenn man eine gleiche Feder zuvor spannt, fixiert und dann in Säure legt, löst sie sich ebenfalls völlig auf. Allerdings erhöht sich die Temperatur der Säure.

 

Das kann man doch bestimmt sehr schön für ein Gleichnis benutzen.

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Kommentare: 7
  • #1

    Ruth Gabriel (Montag, 02 Juli 2018 15:49)

    Hm, da fällt mir als erstes, ganz naiv, folgendes ein:
    Es braucht mehr Einsatz, um Widerstände zu überwinden. Mehr Einsatz = erhöhte Temperatur.

  • #2

    Ruth Gabriel (Montag, 02 Juli 2018 15:52)

    Nachtrag:
    bzw. Widerstände aufzulösen

  • #3

    Simon Steiner (Montag, 02 Juli 2018 20:00)

    Die Uhr steht für die Welten der Trennung.
    Die Feder steht für die AP.
    Die Säure für das HS.
    Die Feder dient als Speicher potentieller Energie.
    Die AP dient als Speicher potentieller Elementale.
    Der passive (auf die Feder bezogen, nicht gespannte Zustand) steht für den tendenziell karmischen Weg.
    Das Spannen der Feder, wäre dann in diesem Vergleich, der Zustand der AP, der durch Introspektion und Selbstanalyse im Lichte des HS entsteht.
    Die Temperaturzunahme der Säure wäre dann hier der größere oder bewusstere Zugang zum HS.
    Aktive Prozesse gleich mehr Vitalität. Mehr Vitalität gleich mehr Wärme.
    Ein wesentlicher Teil von Wegarbeit, wäre dann das angemessene oder bewusste Spannen der Feder.

    Also sollte fleißig gespannt werden ^^ (Weg-Arbeit), man sollte nur Knecht und Hausherren nicht verwechseln.



  • #4

    Maria (Dienstag, 03 Juli 2018 09:50)

    Eine Feder unter Spannung ist eine Form von gebundener oder gesammelter Energie, Potentialität, die für unterschiedliche Dinge genutzt werden kann. Ein Kraftfeld, das auf den Einsatz wartet.

    Lässt man die Feder allerdings in der Säure liegen, nutzt man diese Möglichkeit nicht, geht die Potentialität dieser Feder an diesem Ort verloren. Nicht die Energie, denn Energie geht nie verloren, sie wird umgewandelt, was durch die Wärme im zweiten Fall versinnbildlicht wird. Aber für diese Feder an diesem Platz ist es ein Verlust ihrer Möglichkeiten. Und sie wird ebenso in der Säure aufgelöst wie die nicht gespannte Feder.

    Eine Möglichkeit, das auf einen spirituellen Zusammenhang zu beziehen, wäre folgender:

    Wir sind die Federn. Die Säure ist unser karmisches Umfeld. Wir können schlaff in der Ecke liegen und auf unseren Einsatz warten. Und wir werden ihn verpassen. Wir werden aufgelöst, d.h. von den karmischen Konsequenzen zerrieben, weil wir uns nur auf dem karmischen Weg bewegen (nicht bewegen). Sterben nach der Inkarnation, mit einem relativ geringen Nutzen auf dem persönlichen Entwicklungsfeld.

    Sind wir eine gespannte Feder (und nicht nur gespannt, was um uns passiert oder andere tun), d.h. haben wir uns schon gestrafft und können wir diese Energie halten (fixieren), sind wir schon in einer ganz anderen Ausgangsposition. Wir potenzieren unsere Möglichkeiten durch Kraft und Anstrengung. Wir nutzen den Sinn unserer Existenz, weil eine Schraube nur Sinn macht, wenn sie gebraucht und genutzt wird. Wenn wir sie aber nicht weiter nutzen, um damit unsere Entwicklung weiter anschieben, d.h. versuchen, nicht nur still in der Säure zu liegen, kommen wir letztlich auch nicht weiter. Und trotzdem macht es einen Unterschied. Weil etwas anders ist, wenn wir uns bewegen, weil jede Form der Anstrengung zählt. Natürlich reicht es nicht, sich einmal zu bewegen und dann den Zustand halten zu wollen. Das ist wie einmal ganz toll tief einatmen und die Luft anhalten – ist nur kurz schön. Spannung ist ein Zustand der Bewegung braucht. Angehaltene Spannung kollabiert. Die Energie muss eine Richtung finden und vorwärts gebracht werden. Wir müssen unsere Möglichkeiten erkennen, nutzen, zum Ausdruck bringen. Wegarbeiter sein. Dann darf man auch mal etwas ungespannt zwischendurch herumliegen, vielleicht nicht gerade in Säure, aber am Pool.

  • #5

    Maria (Dienstag, 03 Juli 2018 10:41)

    Das Bild der Feder ist auch insofern interessant, weil es einem auch das Eingebundensein in einen Kontext verdeutlicht. Eine Feder an und für sich kann als schön, interessant oder wie auch immer bezeichnet werden. Aber ohne ihren Kontext ist sie irgendwie auch nur ein brachliegender Gegenstand.

    Die Feder am richtigen Ort, z.B. in der Uhr, führt zu einem größeren Zweck. Zwar liegt der Zweck der Feder genau darin, Feder zu sein. Aber in der Uhr führt sie zum Funktionieren der Uhr. Sie hat ihren Sinn erfüllt und etwas anderem, mit anderen zusammen, etwas Größerem, zum Ausdruck verholfen.

    Das ist auch der Sinn der menschlichen Existenz, unserer Potentialität Ausdruck zu verleihen, unseren Platz einzunehmen und unsere Möglichkeiten zu leben. Wie auch immer diese aussehen. Hier ist Zeit und Raum, wo wir aufgrund unserer Individualität unendliche Ausdrucksformen haben, die wir nutzen dürfen. Es gibt so viele Orte, wo Federn benötigt werden, um andere Dinge zum Laufen zu bringen und sie am Laufen zu halten. Und im Unterschied zu Batterien in Uhren ist Mechanik dahingehend faszinierend, dass sie (bis auf technischen Verschleiß nach sehr langen oder intensiven Nutzen) immer funktionieren.

    Die Feder verweist auch auf die drei Säulen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Unser Tun und Lassen hat Auswirkungen, auf uns, auf unsere Mitmenschen und auf die Welt. Alle Dinge haben Konsequenzen, ob wir das wahrhaben wollen oder nicht. Wir sind so eingebunden in alles, dass es einen – angesichts der eigenen Fehler und Unfähigkeiten – schaudern lässt, oder, da wo uns die kleinen Schritte gelingen und wir in der Lage sind, über uns hinauszublicken, das Herz höher schlagen lässt vor Freude.

    Wir sind wirklich eins mit allem. Wir fürchten es angesichts unserer Unfertigkeit. Aber es ist das größte Geschenk von allen.

  • #6

    Clemens (Dienstag, 03 Juli 2018 12:10)

    Wow, da ist ja einiges rausgekommen. Das beschriebene Faktum, das physikalisch wohl aus dem Energieerhaltungssatz resultiert, nach dem Energie nicht verloren gehen kann (die Energie der gespannten Feder wird zu Wärmeenergie), schien mir erstaunlich, und ich habe wohl - angelehnt an Marias Worte - seine "Potentialität" erkannt. Ich hatte dazu auch ein Bild im Kopf, aber so umfassend ist es nicht gewesen.

    Mein Bildchen fasste die Säure als die Trennungswelten auf, in die man hineingelegt (inkarniert) wird. Die entspannte und die gespannte Feder sah ich als Extreme des Spektrums der verschiedenen Grade von "Gespanntheit". In irgendeiner Weise gespannt ist wohl jeder Mensch, aber aus den Extremen ließ sich für mich die Aufgabe herauslesen, dass wir zwischen Hineingelegtwerden und Auflösung (In- und Exkarnation) in den Trennungswelten zur "Erwärmung" (Offenbarung Gottes?) beitragen sollen, indem wir an unserer Spannung arbeiten. Der erreichte Spannungsgrad wäre dann wiederum als "Vorspannung" für die nächste Runde denkbar.

  • #7

    Ruth Finder (Mittwoch, 04 Juli 2018 09:37)

    Interessante Einsichten von M., S. und C.
    Hier eine Interpretation, die wie R.G. auf Widerstände abzielt.

    Auf die Frage, was denn einen Weisen von einem Narren unterscheide, antwortete Rabbi Jakov ben Katz: "Der Weise akzeptiert die Dinge, wie sie sind. Wenn er sie nicht ändern kann, bleibt er ruhig, aber er behält seine Kraft seiner Gelassenheit wegen bei sich. Der Narr lässt sich von seiner Selbstsucht einspannen und lehnt sich gegen die Gegebenheiten auf. Hiermit kann auch er nichts bewirken und kommt um so mehr aus dem Gleichgewicht. Dabei schafft er aber für sich eine brenzliche Lage."

    Oder folgende spontane Assoziationen:

    Aus eine Mücke einen Elefanten machen.

    Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.