Von der Dunkelheit ins Licht (von Diana)

Liebe

Heute habe ich verstanden, was Liebe ist.
Und mit Erschütterung habe ich festgestellt, dass ich vorher nie wirklich geliebt habe, nur rudimentär, weltlich, angepasst, angsterfüllt, aus dem Ego heraus, für das Ego. Nicht die Liebe oder der Andere war das Ziel, sondern das Ich. Krücke für die Krücke.

Wahre Liebe nimmt nicht, sie gibt sich, sie gibt sich hin für den Anderen.

Liebe ist sanft in ihrer Wildheit, wild in ihrer Sanftheit.

Liebe hat keine Angst sich zu zeigen, mit Licht und Schatten, in der eigenen Unfertigkeit, im Prozess, da wo sie gerade ist.

Liebe hat keine Angst ihr Gesicht zu verlieren, bloßgestellt zu werden, zu scheitern, zu sterben, zu werden. Sie riskiert alles, um alles zu erreichen was schon ist. Und würde sie das nicht, wäre sie in ihrem Sinn verfehlt, leer, nutzlos.

Liebe hat sich selbst zum Ziel, das Lieben ist das Ziel, es ist Anfang, Weg und Ziel, Zweck und Mittel, und so geht es immer weiter, eine allumfassende Bewegung, die zum Sein wird.

Das ist auf jeder Ebene des Lebens so. Wahre Liebe ist nirgends klein und unbedeutend, egal wie klein die Fläche oder Fähigkeit ist, wo sie gelebt wird. Sie ist immer groß, umfassend, bedeutend, spektakulär, egal wen oder was sie trifft. Und so ist auch menschliche, unfertige Liebe der holperige Weg dahin, die eine große Liebe zu leben. Deswegen ist Sexualität heilig, weil sie im richtigen Sinne und Geiste das Große im Kleinen lebt, ohne dabei klein zu sein. Weil sie dann ein körperlicher und geistiger Ausdruck göttlicher Liebe zwischen Menschen ist.

Das Leben ist ein Tanz - nichts verhindern, nichts ausweichen, gerade durch und tanzend alles meistern.

Stolpern ist Tanz, besser stolpernd als stolzierend.

Liebe ist ein Tanz, weil sie sich hin gibt, der Bewegung, dem Anderen, weil sie nimmt, was sie bekommt, weil sie gibt, was sie hat. Sie geht dahin, wo Raum ist, füllt alles auf, belebt, aber erstickt oder erzwingt nichts. Sie bewegt durch ihre Freiheit, durch ihre Unbezwingbarkeit und Unerzwingbarkeit. Sie ist was sie ist. Fülle, Freiheit, Leben, Licht, Gott.

Was macht das Leben für einen Sinn, wenn wir es nicht um der Liebe willen leben?

Was hat all die Bewegung für einen Sinn, wenn sie nicht von ihr durchdrungen, ihr geführt, ihr bewegt und ihr getragen ist?

Und würde man nicht alles mit der gleichen Intensität und Hingabe, mit dem gleichen Wunsch, dass es dem Anderen gut ergehe, lieben, egal ob Staubkorn, Stein, Pflanze, Tier, Mensch oder Gott, es wäre keine Liebe.

Alles in unserem Leben muss auf sie hin ausgerichtet sein, alles muss von ihr getragen sein. Jede Bewegung, jeder Atemzug, jeder Gedanke und Wunsch muss der permanente Versuch sein, das in jedem Augenblick zu leben.

Liebe hat keine Angst vor dem Scheitern. Liebe ist geduldig, demütig, bescheiden. Sie liebt und ist bereit dafür zu sterben. Sie gibt alles hin, um den Anderen zu retten.

Ich liebe, das erste Mal im Leben.
Ich lebe, das erste Mal im Leben.

(Diana)

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Kommentare: 1
  • #1

    Ruth Gabriel (Montag, 25 Juni 2018 15:46)

    Das treibt mir die Tränen in die Augen...