Anaximander sagt:

„Woraus aber für das Seiende das Entstehen ist, dahinein erfolgt auch sein Vergehen gemäß der Notwendigkeit; denn sie schaffen einander Ausgleich und zahlen Buße für ihre Ungerechtigkeit nach der Ordnung der Zeit.“

 

Über dieses erste schriftlich vorliegende Fragment der "europäischen" Philosophiegeschichte kann man schon ein wenig grübeln und daran heruminterpretieren. Es gibt naturgemäß im Netz verschiedene Übersetzungsvarianten, da das Original "ἐξ ὧν δὲ ἡ γένεσίς ἐστι τοῖς οὖσι, καὶ τὴν φθορὰν εἰς ταῦτα γίνεσθαι κατὰ τὸ χρεών· διδόναι γὰρ αὐτὰ δίκην καὶ τίσιν ἀλλήλοις τῆς ἀδικίας κατὰ τὴν τοῦ χρόνου τάξιν." lautet. ^^

 

Varianten:

 

„Woher die Dinge ihre Entstehung haben, dorthin müssen sie auch zu Grunde gehen, nach der Nothwendigkeit; denn sie müssen Buße zahlen und für ihre Ungerechtigkeiten gerichtet werden, gemäß der Ordnung der Zeit.“

(Nietzsche, "Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen")

 

„Woraus aber das Werden ist den seienden Dingen, in das hinein geschieht auch ihr Vergehen nach der Schuldigkeit; denn sie zahlen einander gerechte Strafe und Buße für ihre Ungerechtigkeit nach der Zeit Anordnung.“

(Diels-Kranz, " Die Fragmente der Vorsokratiker")

 

„Aus welchen Dingen aber die Genesis ist für die seienden Dinge, in diese hinein geschieht auch das Vergehen nach der Schuldigkeit. Denn es geben die Dinge einander Strafe und Buße für ihre Ungerechtigkeit nach der Anordnung der Zeit.“

(Schadewaldt, "Die Anfänge der Philosophie bei den Griechen")

„Woher die Entstehung ist für die Seienden, auch das Vergehen ins Selbe gelangt zufolge der Notwendigkeit; es geben nämlich diese Recht und Genugtuung einander des Unrechtes wegen gemäß der Ordnung der Zeit.“

(Univ.-Prof. Dr. Helmuth Vetter)

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