Säulen

Nach der Lektüre von Stephen Emmotts kurzen und bündigen "10 Milliarden" vor etwa zwei Jahren habe ich nun seit kurzem das Hörbuch - und es mir nochmal kurz und bündig reingezogen. Wenn ich es auch nicht in allem als unfehlbar bezeichenen will, so halte ich es doch, auch aufgrund der erfreulichen Kürze und Dichte, für ein Buch, das im spirituellen Kontext zur Pflichtlektüre gehört. Es bietet einen guten Einstieg in die Frage "Was bedeutet 'dritte Säule?'" Über das Buch hinaus kann man sich heute ohne Ende weiter informieren. Es muss aber schon fast nicht mehr sein.

 

Ich bin mir heute sicher: Eine Spiritualität, die die dritte Säule außer Acht lässt, ist keine Spiritualität. Sie ist maximal als Religion aufzufassen, da sie durch diese Auslassung einen wesentlichen, fundamentalen Bereich menschlichen und vor allem individuellen Fehlverhaltens auszublenden hilft (was Religionen bei genauerer Betrachtung alle mehr oder weniger und hier und da - um nicht zu sagen: mehr und in vielen Bereichen - tun). Zumindest heute muss man das so stehen lassen. Vor tausend oder mehr Jahren mag die dritte Säule nicht so sehr auf der Tagesordnung gestanden haben - obwohl, warum eigentlich nicht. Quellen dafür gibt es allerdings kaum, um nicht "keine" zu sagen.

 

Als ich vor mehr als zwanzig Jahren von der legitimierten Sub-Lehrerin meines ersten Lehrers auf meine Frage bezüglich der dritten Säule (ich äußerte meine Sorgen bezüglich Überbevölkerung und Umweltzerstörung) nur den Hinweis bekam, darüber brauche ich mir keine Gedanken zu machen, hätte ich weiter nachhaken müssen, statt nur maßlos verunsichert zu sein.

 

Möglicherweise hätte ich dann ja auch zu hören bekommen, dass sich im Zuge wahrer spiritueller Entwicklung quasi automatisch die Wahrnehmung der dritten Säule entwickeln würde - ja geradezu ein Maßstab sei. Wohingegen die Vorausbenennung müßig wäre, da ein nicht ausreichend Entwickelter dieses Faktum auf sich bezogen immer ausblenden würde - und sogar noch von ihm möglichen Zugängen abgeschreckt würde.

 

Das hätte mich vielleicht etwas mit den Nicht-Wissen-Wollern und auch mit dem "System" meines ersten Lehrers versöhnt, nachdem ich die Phase der Verunsicherung allein und schmerzlich durchleben musste...

 

Ein schöner Traum.

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