Theodizee

Der jüdische Ketzer Elischa Ben Abuja war am Problem der Theodizee zum Leugner der göttlichen Gerechtigkeit geworden. Ihm erklang eine himmlische Stimme: "Allen Geschöpfen wird vergeben, nur nicht Elischa Ben Abuja."

 

Als Rabbi Akiba davon hörte, sagte er: "Heil Dir, Ben Abuja! Alle Geschöpfe dienen um des Lohnes willen, du aber kannst aus Liebe dienen!"

 

(Nach "Bruder Jesus - Der Nazarener in jüdischer Sicht" von Schalom Ben-Chorin)

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Kommentare: 2
  • #1

    Ruth Finder (Dienstag, 19 Juni 2018 19:26)

    Warum, wenn Gott allmächtig und gut ist, lässt er das Leiden in der Welt zu. Das ist das "Problem" der Theodizee. Man leugnet zwar Gott nicht, aber man hat bestimmte Vorstellungen von ihm, von seiner Gerechtigkeit usw. Anhand dieser Vorstellungen sitzt man den Bildern auf, wie Gottes Gerechtigkeit für einen "aussieht" und wie man sie erlangen könnte - in Erwartung einer Belohnung.

    Nichts anderes als den Verlust dieser Illusionen sieht Rabbi Akiba bei Elischa ben Abuja! Auf der Basis des Verneinens falscher (besser jeglicher, denn kann es richtige geben?) Vorstellungen, des Nicht-Erwartens, des schlichten Du-bist! könnte man dann Gott dienen - einzig aus Liebe!

    Und die himmlische Stimme? Das war eine Prüfung!
    Oder eine Versuchung: Der Teufel spricht oft mit des Engels Zunge. ;-)

  • #2

    Ruth Finder (Mittwoch, 20 Juni 2018 14:25)

    Versucht nicht, die Allmacht Gottes zu verstehen. Solange das Verstandesbewußtsein aktiv euer Leben mitbestimmt, werdet ihr, die ihr noch zu sehr Menschen seid, die Geheimnisse Gottes nicht ergründen können. Seid dankbar für das, was ihr zu begreifen fähig geworden seid. Gott lässt sich nicht zwingen.

    (aus "Die Umpolung" von Silvia Wallimann)