Deutungsjob Matthäus 25,1-13

Fünf kluge und fünf törichte Jungfrauen

1 Dann wird es mit dem Reich der Himmel sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und hinausgingen, dem Bräutigam entgegen.
2 Fünf aber von ihnen waren töricht und fünf klug.
3 Denn die Törichten nahmen ihre Lampen und nahmen kein Öl mit sich;
4 die Klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen.
5 Als aber der Bräutigam auf sich warten ließ, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.
6 Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam! Geht hinaus, ihm entgegen!
7 Da standen alle jene Jungfrauen auf und schmückten ihre Lampen.
8 Die Törichten aber sprachen zu den Klugen: Gebt uns von eurem Öl! Denn unsere Lampen erlöschen.
9 Die Klugen aber antworteten und sagten: Nein, damit es nicht etwa für uns und euch nicht ausreiche! Geht lieber hin zu den Verkäufern und kauft für euch selbst!
10 Als sie aber hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen.
11 Später aber kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, öffne uns!
12 Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht.
13 So wacht nun! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

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Kommentare: 2
  • #1

    Ruth Gabriel (Freitag, 01 Juni 2018 17:44)

    Als ersten Wurf würde ich sagen, man kann es als Darstellung des Karmapfades und des Pfades der Weg-Arbeit deuten. Wir gehen alle den Weg des Menschen, ob wir davon wissen oder nicht. Wir haben alle eine Lampe „bekommen“, das göttliche Licht in uns. Und wir müssen die Lampe am brennen halten. Dafür brauchen wir Öl. Das Öl könnte dann also für spirituelle Praxis, für das Bemühen um Umsetzung des Erkannten innerhalb der drei Säulen, für Verwirklichung, für Bewusstwerdung, für die bewusste Entscheidung Gott immer mehr und mehr Ausdruck zu verleihen, stehen. Dies können wir einander nicht abnehmen. Jeder muss seinen Teil zur Erneuerung beitragen, weil er ein notwendiger Teil der Erneuerung ist. Das ist es, was wir mitnehmen und wieder weiter entwickeln, von Leben zu Leben. Auf ewig. Und wir tun es ohne Erwartung, aus und in Liebe.

  • #2

    Clemens (Freitag, 01 Juni 2018 19:30)

    1 Das Reich der Himmel ist das Reich der göttlichen Einheit jenseits der Trennungswelten. Die zehn Jungfrauen sind die unerfahrenen Erzengel, die Körper (Lampen) nahmen, und in die Trennungswelten hinabstiegen, um schließlich selbstbewusst mit dem Bräutigam (Gott/Logos) vereinigt zu werden.
    2 Kluge und Törichte umreißen das Spektrum zwischen den Extremen.
    3 Es gibt jene, die keinen (wenig) Treibstoff haben, um ihre Lampen (drei Körper) schon das göttliche Licht ausstrahlen zu lassen - Gott in den Trennungswelten sichtbar werden zu lassen.
    4 Die Klugen sind da schon weiter - wenn auch noch nicht am Endpunkt (Austritt aus den Trennungswelten).
    5 Der Bräutigam kommt, wenn die Bräute "soweit" sind. Und manchmal aus Gnade! Unvollendet neigen alle 10 Jungfern auf ihrem jeweiligen Niveau zur Schläfrigkeit. Kein Ende der Bemühungen absehbar. Auch L. sagt: "Ich bin ein Schüler."
    6 Moment der Gnade.
    7 Erhobenheit (Erhabenheit) durch Gnade. Geschmückte Lampe = AP im Begeisterungszustand. Fragwürdig! Das Licht ist der Schmuck der Lampe!
    8 Bei den Entwickelteren brennen die Lampen besser. Sie haben schon mehr von dem Treibstoff erarbeitet, der die Lampen leuchten lässt.
    9 Übertragung von Treibstoff ist nicht möglich. Erwerb via Karmapfad oder Weg-Arbeit (siehe R.G.).
    10 Selbsterklärend.
    11 Die törichten Fünf sind weniger töricht. Aber noch nicht weit genug, dass der Bräutigam zwingend kommt. Sie bitten um Gnade.
    12 Gnade wird gewährt, wenn sie gewährt wird. Nicht zwingend, wenn sie erbeten wird. Hier ist es offensichtlich noch nicht so weit.
    13 Appell.