Tat und Besserung des Lebens

Der Meister sprach:

"Worte ernsten Zuredens:

wer wird denen nicht zustimmen?

Aber worauf es ankommt,

das ist Besserung des Lebens.

Worte zarter Andeutung:

wer wird die nicht freundlich anhören?

Aber worauf es ankommt,

das ist ihre Anwendung auf die Praxis.

Freundliches Anhören ohne Anwendung,

Zustimmung ohne Besserung:

Was kann ich damit anfangen?"

 

(Kungfutse: "Gespräche (Lun Yü)"

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Kommentare: 2
  • #1

    Jonas (Mittwoch, 23 Mai 2018 10:48)

    Ohne Verwirklichung in allen drei Bereichen des spirituellen Lebens (drei Säulen) bleibt alles beim alten und wir kommen nicht vorwärts. Die AP liebt es, sich nicht verändern zu müssen und täuscht uns damit, dass die notwendigen eigenen Veränderungen bloß an der Oberfläche hängen bleiben, vor allem in Form von "äußerer Zustimmung" oder "freundlichem Anhören", wie es Kungfutse ausführt.
    Oder wir schwelgen in kunstvoll aufgebauten Gedankenkonstrukten, wie wir es von der "Plüschesoterik" her kennen. Einschlägige Seminare, die auf den Ausbau der spirituellen Wohlfühlzone abzielen, gehen offenbar sehr gut. Mit Weg-Arbeit hat das wenig zu tun, hier sind konkrete Veränderungen von uns gefordert. Nicht unbedingt in Riesenschritten, die würden unsere AP zu sehr aufscheuchen, aber kleine, permanent vorgenommene Korrekturen, die bringen uns weiter.

  • #2

    Clemens (Mittwoch, 23 Mai 2018 16:13)

    Zum Thema Fortschritt ("kleine, permanent vorgenommene Korrekturen") hat der Meister auch etwas zu sagen. Hier klingt an, dass es mehr auf das aktive Beschreiten des Weges ankommt, als auf erreichte Niveau. Zumindest als Antithese zum Hochhalten des "So weit bin ich/ ist er schon" bedenkenswert.

    Der Meister sprach: "Nehmt zum Vergleich einen Hügel, der fertig ist bis auf einen Korb Erde - bleibt es dabei, so bedeutet es für mich Stillstand.
    Nehmt zum Vergleich den ebenen Grund, es mag erst ein Korb Erde aufgeworfen sein - geht es weiter, so bedeutet es für mich Fortschritt.