Deutschlandfunk

"Du wohnst in meiner Seele immer drinnen;
ich bin die Schale, Du der Kern tief innen.
Das Herz Attars ward voller blutger Wunden
bis er die Einung mit dem Freund gefunden.
Durch Dein Gnade gabst Du Hoffnung mir -
vereine nun in Liebe mich mit Dir!

Oh Wunder, dass Du sichtbar und verhüllt.
Du bist der, der - ohne Herz - den Herzgrund füllt.
Nur Namen hat die Welt von dir, kein Zeichen;
nicht kann dich schauender Verstand erreichen.
Verborgen dem Verstand, im Dasein sichtbar
zeigst du den Abglanz deines Wesens lichtklar."

 

http://www.deutschlandfunk.de/persischer-poet-fariduddin-attar-weder-ketzer-bin-ich-noch.2540.de.html?dram:article_id=393017

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Kommentare: 2
  • #1

    TvB (Mittwoch, 16 Mai 2018 07:28)

    Sehr lesenswerter Artikel und auch ein Finden "auf der Suche".

  • #2

    Ruth Finder (Mittwoch, 16 Mai 2018 10:34)

    In der Tat.
    Interessanterweise "ploppten" bei mir durchweg parallel zum Gelesenen passende rabbinische Geschichten "auf".
    Ich denke, dass jedem in der Mystik des Christentums, des Buddhismus, des Hinduismus und, und, und (wie Attar schreibt: "Religionen gibt es zahllos, Wege und Völker, Dein Leben reicht nicht aus, sie zu zählen") bewandten Leser würde das Gleiche passieren.
    Es zeigt noch mal deutlich, dass sich die Epochen, Orte, Sprachen, Namen/Meister, Ausdrucksweisen wechseln und unterscheiden mögen, aber sie alle versuchen, die zahlreichen Aspekte der EINEN Wahrheit und ihre mögliche Verwirklichung zu beschreiben.