Aus der Bubel IV

nach "Sussja und seine Frau", Manesse Bubel S. 386:

 

Sussjas Frau soll ein zänkisches Weib gewesen sein und immer von ihm verlangt haben, er solle sich von ihr scheiden lassen. Eines Tages jedenfalls machte er ihr seinen Standpunkt klar: Wie traurig ihn das mache, und wie sehr es auch den jüdischen Vorgaben widerspreche. Wie genau - hier egal! Interessant ist der Prozess, in den seine Frau geriet:

 

Bubel: "Von diesem Augenblick an wurde sie still. Und als sie still geworden war, wurde sie froh. Und als sie froh geworden war, wurde sie gut."

 

Das lässt sich als komplettes Handbuch für das Beschreiten des Pfades lesen - oder spezieller: für das Beschreiten des kontemplativen Pfades. Und es ist so wunderbar einfach ausgedrückt, dass man darüber ganz still werden kann...

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Clemens (Donnerstag, 26 April 2018 18:35)

    Hypothese: Stille hat hier zwei mögliche Qualitäten. Die erste ist eine Stille der Haltung. Eine Haltung dem ständigen Sermon der AP gegenüber. Auch "Freiheit sich selbst gegenüber" genannt. Auf der AP ebene tritt dabei keine Stille ein, aber die Identifikation schwindet und erlischt. Freude und relative Gutheit folgen und werden möglich.

    Die zweite Stille ist umfassender und schließt die AP ein. Freude und eine zumindest weniger relative Gutheit entstehen zeitgleich. Ist diese Stille wahrhaft umfassend, könnte auch wahrhafte Gutheit entstehen - Abwesenheit im Sinne von Leerheit wird durch Anwesenheit des Höchsten ersetzt.