Aus der Bubel III

Von der Demut

 

Rabbi Sussja und sein Bruder Rabbi Elimelech unterredeten sich einst von der Demut. Elimelech sagte: "Der Mensch soll erst die Größe des Schöpfers betrachten, dann wird er zur rechten Demut kommen."

 

Sussja aber sprach: "Nicht so, sondern damit beginne der Mensch, wahrhaftig demütig zu sein, dann wird die Erkenntnis des Schöpfers über ihn geraten."

 

Sie fragten ihren Lehrer, den Maggid, bei wem das Recht sei. Er entschied: "Diese und diese sind Worte des lebendigen Gottes. Aber die innere Gnade ist dessen, der mit sich beginnt und nicht mit dem Schöpfer.

 

(Manesse Bubel S. 384)

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Kommentare: 6
  • #1

    Clemens (Samstag, 21 April 2018 12:04)

    Was bedeutet hier "die innere Gnade"?

  • #2

    Simon (Samstag, 21 April 2018 18:19)

    Vergebung sich selbst gegenüber.

  • #3

    Ruth Gabriel (Samstag, 21 April 2018 20:36)

    Die innere spürbare und gelebte Hinwendung und Öffnung zu Gott.

  • #4

    Ruth Gabriel (Samstag, 21 April 2018 20:39)

    Nachtrag:
    Freude!

  • #5

    Ruth Finder (Sonntag, 22 April 2018 11:43)

    Auch hier gilt: Ohne äußere Gnade keine innere, ohne innere Gnade keine äußere.

    "Äußere" Gnade ist Ruf Gottes (des Seins, des Ursprungs). Das ist "dahin stellen", wo man am besten lernt, wo man seine Erweckung erfahren könnte.

    Die "innere" Gnade ist, wenn man diesen Ruf hört und ihm - sich selbst erkennend und verändernd - folgt. Ist das nicht das Naheliegendste?

  • #6

    Ruth Finder (Sonntag, 22 April 2018 11:44)

    Auch das:

    Der Vater von Rabbi Jizchak Eisik von Zydachow fragte seinen Sohn: "Wie verstehst du das Wort unserer Weisen: "Wer sich bei Nacht mit der Lehre befasst, zu dem zieht Gott bei Tag einen Faden der Gnade hin?" Wir stehen doch immer mitternachts auf und befassen uns mit der Lehre, und doch sind wir bei Tag in großer Not und Bedrängnis. Wo ist da der Faden der Gnade?"

    Der Rabbi antwortete: "Vater, dass wir dennoch, ohne der Bedrängnis zu achten, Mitternacht um Mitternacht aufstehen und uns mit der Lehre befassen, eben das ist der Faden der Gnade."