Tolle Zeiten

Nach Beendigung der Lesung der "Wolke des Nichtwissens" haben wir uns entschieden, vor der Lesung des "Briefes persönlicher Führung" oder auch des Jalics zusammen mit einem methodischen Einstieg in Jalics Hinführungen, von Eckhart Tolle "Jetzt! Die Kraft der Gegenwart" zu hören/lesen. Ich erhoffe mir, dass durch die klare Herausarbeitung der Möglichkeiten der Beobachtung des Denkens (des Verstandes), nicht nur ein besseres Verstehen der Möglichkeit, vom Gedachten loszukommen, sondern auch ein aktiveres Tun des Loslassens zu unterstützen. Sozusagen als Hinführung zur Hinführung.

 

Hier kann man übrigens mal in einer Reihe von tollen Zitaten (nicht nur aus dem oben genannten Buch) schwelgen (vier Seiten) und mögliche Highlights herausstreichen/kommentieren:

 

https://zitatezumnachdenken.com/eckhart-tolle

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Kommentare: 10
  • #1

    Clemens (Montag, 09 April 2018 15:24)

    Sowas:
    https://www.eckharttolle.jetzt/
    oder noch mehr sowas:
    https://www.kamphausen.media/produkt/lichttuetenbotschaft-jetzt/
    finde ich trotzdem schräg!

  • #2

    Clemens (Montag, 09 April 2018 15:26)

    Eines der seltenen Worte bezüglich der dritten Säule:

    "Die Verschmutzung des Planeten ist nur die Spiegelung im Außen von einer psychischen Verschmutzung im Inneren, ein Spiegel für die Millionen von unbewussten Menschen, die keine Verantwortung für ihren inneren Raum übernehmen."

  • #3

    Clemens (Montag, 09 April 2018 15:35)

    "Frei von Zeit zu sein bedeutet, frei zu sein von dem psychologischen Bedürfnis nach Vergangenheit und Zukunft – nach Vergangenheit, weil sie dir eine Identität gibt, nach Zukunft, weil sie Erfüllung verspricht."

    Das gilt natürlich auch, wenn wir es schaffen, auch nur 5 Sekunden um Augenblick zu verweilen. Also nicht zu absolut verstehen und für unerreichbar halten.

  • #4

    Ruth Gabriel (Montag, 09 April 2018 20:50)

    „Nichts, was du je tun oder erreichen könntest, wird dich näher an die Erlösung bringen, als du es genau jetzt bist. Ein Verstand, für den alles Lohnende immer in der Zukunft stattfindet, kann das sicher schwer begreifen. Außerdem kann nichts, was du je getan hast, und nichts, was dir je angetan wurde, dich davon abhalten, ja zu sagen zu dem, was ist, und deine Aufmerksamkeit tief in das Jetzt zu geben. Das kannst du nicht in der Zukunft tun. Das tust du jetzt oder überhaupt nicht.“

    oder mit den Worten von Rabbi Arie Leib (Löb), einem Schüler des Maggid, gesagt:
    „Nicht um Auslegungen der Tora zu erleben ging ich zum Maggid von Mesritsch, sondern um zu sehen, wie er die Schuhe schnürt und die Schuhe auszieht.“
    Oder auch Rabbi Mendel von Kozks Antwort auf die Frage, was für seinen Lehrer wohl das Wichtigste war „Womit er sich gerade abgab.“

    Es geht darum, am wahren erfüllten Dasein teilzunehmen. Selten bemerken wir, dass wir am wahren Dasein vorbeileben. Doch fühlen wir den Mangel immerzu und suchen nach dem, was uns fehlt an einem anderen Ort, in einem anderen Job, in neuen Techniken, Meditationen, Lehren, Gedanken – nur nicht da, wo wir sind. Doch die wesentliche Aufgabe finden wir in dem, was uns jeden Tag begegnet, in unserem Alltag: Eine alltägliche Aufgabe mit wahrer Hingabe zu verrichten. Nicht zum Zweck, diese erledigt zu haben, sondern um eine echte Beziehung zu allem zu entfalten, das uns umgibt und an dessen Leben wir teilnehmen, ebenso wie alles an unserem Leben teilnimmt. Es ist ein In-Beziehung-Gehen, und zwar genau da wo wir sind. In jedem Augenblick.
    Unter dem Herd unseres Hauses ist unser Schatz vergraben.

  • #5

    Ruth Gabriel (Dienstag, 10 April 2018 11:16)

    „Innerer Widerstand schneidet dich von anderen Menschen, von dir selbst, von der Welt um dich herum ab. Er verstärkt das Gefühl der Getrenntheit, von dem das Überleben des Ego abhängt. Je stärker dein Gefühl der Getrenntheit, desto mehr bist du an das Manifeste gebunden, an die Welt der Form.“
    Widerstand zu haben bedeutet – NEIN -. Ein NEIN zum Leben, zu Gott. Wenn wir Widerstand haben, dann denken wir, dass das, was gerade passiert, so nicht richtig ist. Dass es etwas anderes geben müsste/sollte. Und wir geben alle unsere Energie in den Widerstand und in das „es-müsste-anders-sein“. Durch den Widerstand nähren wir aber genau das, wovor wir Angst haben - unsere Abhängigkeit.
    Widerstandslosigkeit ist ein klares JA. Wir geben uns dem Leben hin. In dieser Hingabe spüren wir, dass wir vollkommen frei sind. Frei und in allem verbunden. VER-bindung statt Gebundensein.

  • #6

    Ruth Gabriel (Dienstag, 10 April 2018 11:36)

    Ergänzung zum vorigen Kommentar 5:
    Wir geben alle unsere Energie zum einen in die Vorstellung, wie es unserer Meinung nach sein sollte/müsste und zum anderen in das zwanghafte Erreichen dessen, wie es unserer Vorstellung nach sein müsste/sollte. Wenn wir denken, dass unsere Zufriedenheit von einer bestimmten Form, einem bestimmten Ausdruck, von überhaupt etwas Bestimmten abhängt, dann sind wir abhängig davon und jagen dem hinterher. Und je mehr wir jagen, umso mehr vergrößern wird unsere Abhängigkeit. Das ist wie bei jeder anderen Abhängigkeit.

  • #7

    Phia (Dienstag, 10 April 2018 14:57)

    Eckhart Tolle nennt es „kleine Person“ zu der wir uns reduzieren, wenn wir dem Widerstand leisten, was gerade ist, und diesen Gedanken, welcher an sich erst mal kein Problem sein muss, zu einem ICH werden lassen. Sobald wir den Unterschied von Gewahrsein und Gedanken nicht mehr wahrnehmen, identifizieren wir uns mit der Beurteilung die unser Kopf aus der Situation macht. Oft denke ich “Diesen Moment will ich nicht, ich will den nächsten“ und sorge so für eine endlose Aneinanderreihung von Momenten in denen ich überall sein möchte, nur nicht dort wo ich mich gerade befinde. Ich richte mich also nach einer Sehnsucht nach Glück die nur in meinem Kopf existiert und niemals erreicht werden kann.
    „Wir zimmern uns unser eigenes Unglücklichsein“ sagt Watzlawick, indem wir die Gegenwart ignorieren und entweder in der Vergangenheit schwelgen oder über die Zukunft grübeln.

  • #8

    Jonas (Dienstag, 10 April 2018 15:01)

    Gefällt mir sehr gut: "Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper".
    Dabei geht es meines Erachtens nach nicht darum, WO unsere Gedanken passieren, sondern auf welcher EBENE sie ablaufen und wie unsere Position dazu ist, wobei das eine das andere bedingt.
    Unbewusst können sie als permanente Gedankenketten "im Kopf" ablaufen (AP basiert), oder wir können sie andererseits als GedankenKÖRPER wahrnehmen, das geht aber nur aus einer übergeordneten Warte heraus im Jetzt/im Sein (HS basiert).
    Der Unterschied zischen beiden Arten ist subjektiv ein großer, letzteres ist ganz anders als die erste Art zu denken.

  • #9

    Jonas (Dienstag, 10 April 2018 15:20)

    Auf die Frage an Tolle, wo man ES denn finden kann, in welchen Schriften man die höchste Wahrheit finden kann, sagte Tolle Folgendes, das mich sehr bewegt hat (frei zitiert): "It´s not in the words, it´s in the gaps between the words."
    Frei übersetzt: Es sind nicht die Worte (in denen man es finden kann), sondern in den Pausen/der Leere zwischen den Worten. Anders gesagt: Das Essenzielle, die Wirklichkeit, die Wahrheit, die wir suchen, kann man nicht in Worten finden, sondern in dem, worin die Worte eingebettet sind: in der Stille, der Leere, dem Nichts - im Sein, im reinen und klaren Bewusst-sein.

  • #10

    Jonas (Dienstag, 10 April 2018 15:29)

    Kleine Ergänzung zu #8:"Beobachtung des Verstandes öffnet die Dimension der Zeitlosigkeit. Die Energie, die vom Verstand abgezogen wird, verwandelt sich in Gegenwärtigkeit" - kann von mir vom Effekt her so bestätigt werden.

    Ergänzung zur Ergänzung^^: Auch das Beobachten des eigenen Energiekörpers (ätherischen Doppels des materiellen Körpers), beispielsweise im Fühlen der Energieströme, die durch den Körper fließen, zieht einen stark in die Gegenwärtigkeit.