Gotteserfahrung

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Kommentare: 6
  • #1

    Dionysius Areopagita (Samstag, 07 April 2018 17:30)

    Denn durch diese Ekstase, wirst du, nachdem du dir alles entfernt hast und von allem gelöst bist, zu dem überwirklichen Strahl des göttlichen Schattens gebracht. Das göttliche Dunkel ist das unzugängliche Licht, in dem Gott wohnt. Darin befinden sich alle, die würdig geworden sind, Gott zu erkennen und zu schauen. Es ist notwendig, in die Finsternis hineingehen, wo der, der jenseits von allem ist, wie die Schrift sagt, sich wirklich befindet. Es ist notwendig, wie ich meine, die absprechenden Verneinungen zu preisen.

  • #2

    Clemens (Samstag, 07 April 2018 17:38)

    Andreas Mittlböck hat es als Gnade erfahren. Nun, das tun wahrscheinlich alle. Was ich sagen will: Er hat nicht bewusst aktiv etwas unternommen. Dionysius ist da methodischer und aktiver vorgegangen - bliebt aber wohl auch auf die Gnade angewiesen. Wunsch, Wollen, Wissen und Aktivität helfen nicht, aber sie helfen. ^^ Möglicherweise liegt darin auch ein Unterschied in der Tiefe der Verwandlung begründet, die NACH der Erfahrung auftritt (ohne das hier für Andreas und Dionysius unterstellen zu wollen).

  • #3

    Meister Eckhart (Samstag, 07 April 2018 17:40)

    Der Mensch soll sich nicht genügen lassen an einem gedachten Gott. Wer Gott im Sein hat, dem leuchtet er in allen Dingen; denn alle Dinge schmecken ihm nach Gott, und Gottes Bild wird ihm aus allen Dingen sichtbar. Dazu gehört Eifer und Hingabe und ein genaues Achten auf des Menschen Inneres. Er muß eine innere Einsamkeit lernen, wo und bei wem er auch sei. Er muß lernen, die Dinge zu durchbrechen und seinen Gott darin zu ergreifen. Fürwahr, soll er die Kunst beherrschen, so muß er sich viel und oft in dieser Tätigkeit üben.

  • #4

    Teresa von Avila (Samstag, 07 April 2018 17:41)

    Was ist doch die Seele in diesem Zustand! Sie möchte nichts als Zungen haben, um den Herrn zu preisen.

  • #5

    Clemens (Samstag, 07 April 2018 17:56)

    Resi bringt es lustig auf den Punkt. ^^

    Wer es nicht ganz so spaßig und etwas ausformulierter haben möchte, der kann dies mal lesen: https://www.sein.de/die-gotteserfahrung-einer-atheistin/

  • #6

    Clemens (Samstag, 07 April 2018 19:22)

    Oft wird übrigens einfaches den-gegenwärtigen-Moment-erleben, das einen erstmals schlagartig bewusst überkommt, schon als Gotteserfahrung verbucht. Das klingt in einigen Formulierungen bei Andreas so. Anderes geht darüber hinaus (Stimme, Plan etc.). Das kann aber auch die Stimme der eigenen Einsicht gewesen sein. Die Stimme im Kopf. Der Interpretierer. Meine eigenes erstes ähnliches Erlebnis könnte ich jedenfalls als solch ein im-Augenblick-ankommen und dort ganz aufgehoben sein deuten. Zen-vorgeprägt war da aber keine "Stimme" - nur Heiterkeit.