Väter

Alles ist vorhergesehen,

doch ist Freiheit gegeben.

In Güte wird die Welt gerichtet,

und alles entspricht den Handlungen.

Alles ist auf Borg gegeben,

und das Netz ist über alle Lebenden ausgebreitet.

Der Kramladen steht offen,

der Krämer verkauft auf Kredit,

das Buch ist geöffnet,

und die Hand schreibt auf.

Wer borgen will, komme und borge.

Die die Schuld eintreiben, gehen beständig täglich umher

und fordern von den Leuten die Schuld ein,

bald mit, bald ohne ihr Wissen.

Zu allem haben sie ihren Grund.

Das Gericht ist ein gerechtes Gericht.

Alles ist zur Mahlzeit gerichtet.

Rabbi Elasar, Asarjas Sohn, sagte:

Wo keine Lehre ist,

da ist keine gute Sitte.

Wo keine gute Sitte,

da ist keine Lehre.

Wo keine Weisheit,

da ist keine Furcht.

Wo keine Furcht,

da ist keine Weisheit.

Wo kein Erkennen,

da ist kein Verstehen.

Wo kein Verstehen,

da ist kein Erkennen.

Wo kein Mehl ist,

da ist keine Lehre.

Wo keine Lehre,

da ist kein Mehl.

 

(Sprüche der Väter, aus Kapitel 3)

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Kommentare: 2
  • #1

    TvB (Donnerstag, 05 April 2018 07:07)

    Aufschlussreich sind die beiden zusammenhängenden "Kreise" (ein kleiner und ein großer) in Elasars Liste: Mehl/Lehre und der Rückbezug auf die Lehre am Listenanfang.

  • #2

    Ruth Finder (Donnerstag, 05 April 2018 09:44)

    Grob ausgedrückt nach dem Motto "Erst das Fressen und dann die Moral"?