Ichbezogenheit

Jalics schreibt in seinen "Kontemplativen Exerzitien":

 

Ein anderes Zeichen der Ichbezogenheit ist das Leben in einer Phantasiewelt. Stellen wir uns einen typischen Träumer vor. Er lebt in seinem selbstgeschaffenen Kosmos. In dieser Welt ist er der Schöpfer, da alles, was in dieser Welt existiert, von ihm kommt. Er ist auch der Erlöser, denn nur er kann zurechtbiegen, was in diesem seinen Universum nicht stimmig ist. Er ist der Allwissende, denn in seiner Traumwelt kann nichts existieren und nichts geschehen, was er nicht wüßte. Und er ist auch der Allmächtige, denn in seinem Luftschloß kann er absolut alles machen, was er will. Mit einem Wort: Er hat es geschafft, in dieser Traumwelt Gott zu sein. Darin besteht seine vollkommene Ichbezogenheit.

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Kommentare: 1
  • #1

    Clemens (Dienstag, 20 März 2018 19:20)

    Eine sehr gute Analyse - und sicher etwas, von dem man sich nicht ohne weiteres völlig freisprechen sollte. Und zu allem Elend auch ein Vorwurf, gegen den sich niemand, niemals überzeugend wird verteidigen können. Auch Herr Jalics mit seiner Weltsicht passt wunderbar in diese Analyse, wenn man eine entsprechende Portion Böswilligkeit(?)/Objektivität(?) mitbringt. Und auf mich und meine Weltsicht bezogen sieht es nicht im Geringsten anders aus... Mir fällt da wirklich keiner ein. Das ist das Wesen der Trennungswelten.