Glaube

Glaube als "christliche Tugend" meint natürlich: Den kirchlichen Lehren glauben. Religiöser Glaube glaubt den jeweiligen Religionsinhalt. Der Gläubige muss informiert werden, was er zu glauben hat.

 

Wir verstehen Glauben an erster Stelle als Entscheidung, die Welt als sinnvoll und zielgerichtet anzunehmen - im Gegensatz zur trennungsweltlich möglichen Annahme, dass wir in einem zufällig sinnlosen Universum existieren.

 

Glaubensinhalte sind von der Sinnannahme ausgehende Annäherungen an das für möglich gehaltene Optimum und als Annäherungen eben Arbeitshypothesen.

 

Spiritueller Glaube ist insofern eine Tugend, da er den stärksten objektiven Entwicklungsimpuls darstellt.

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Kommentare: 2
  • #1

    Ruth Finder (Montag, 19 März 2018 10:42)

    Rabbi Mendel von Rumanow erklärte einmal: "Wenn man sogar denn einfachsten Mann fragt, ob er glaube, dass Gott der einzige in seiner Welt sei, wird er nachdrücklich antworten: 'Was fragst du! Wissen doch alle Geschöpfe, dass er der Einzige der Welt ist.' Fragt man ihn aber, ob er zum Schöpfer Vertrauen habe, dass er ihm alles zukommen läßt, dessen er bedarf, dann stutzt er und sagt nach einer Weile: 'Ja, zu dieser Stufe bin ich noch nicht gelangt!' In Wahrheit jedoch sind Glaube und Vertrauen zusammengeschlossen, und keins kann ohne das andere sein. Wer stark glaubt, vertraut auch stark; wer aber, Gott behüte, Gott nicht völlig vertraut, bei dem ist auch der Glaube schwächlich.
    Darum spricht Gott: 'Da, ich lasse euch Brot vom Himmel regnen', das heißt: 'Ich vermag euch Brot vom Himmel regnen zu lassen. Wer aber in meiner Lehre geht, der liest an jedem Tag das diesem Tag zustehende Maß und sorgt sich nicht um den morgigen Tag.'"

  • #2

    Ruth Finder (Montag, 19 März 2018 11:47)

    Die Binde fällt, und Glaube wird zur Überzeugung. Nur in der Überzeugung liegt Befreiung und Erlösung!
    Ich spreche zu denen, die ernsthaft suchen. Sie müssen fähig und gewillt sein, sachlich dieses Sachliche zu prüfen!
    Nur wer sich selbst bewegt, kann geistig vorwärts kommen.
    Deshalb erwacht! Nur in der Überzeugung ruht der rechte Glaube, und die Überzeugung kommt allein durch rüchsichtsloses Abwägen und Prüfen. Steht als Lebendige in Eures Gottes wundervoller Schöpfung!
    Der Glaube ist nicht so, wie ihn die größte Zahl sogenannten Gläubigen zeigt. Der eigentliche Glaube ensteht erst dann, wenn man sich den Inhalt der Gottesbotschaften zu eigen und damit zur lebendigen, ungezwungenen Überzeugung gemacht hat.
    ...Sobald ein Mensch das ganze Werden und Sein bewusst erleben kann, wird sein Empfinden, Denken und Wirken eine einzige freudige Gottesbejahung sein.
    Dann aber wird er still, spricht nicht viel davon, ist aber eine Persönlichkeit geworden, die mit dieser stillen Gottesverehrung, die man auch Gottvertrauen nennen kann, fest und sicher in der ganzen Schöpfung steht. Er wird nicht in Phantastereien schweben, ebensowenig auf Erden nur im Geistigen leben, sondern mit gesunden Sinnen und frischem Mute auch sein Erdenwerk vollbringen und dabei auch den kühlen Verstand bei notwendiger Gegenwehr verwenden, ...ohne das Lächeln der Zweifler zu fürchten und ihnen dauernd Zugeständnisse machen zu müssen.
    ...Der Glaube muss lebendig sein, das heißt, er muss noch mehr als Überzeugung werden, zur Tat! Zur Tat ist er geworden, sobald er den Menschen durchdrungen hat, sein Empfinden, Denken und Tun. Er muss von innen heraus in allem, was zu dem Menschen gehört, unaufdringlich fühlbar und sichtbar werden, also zur Selbstverständlichkeit. Man darf ihn weder als Attrappe noch als Schild nur vorhalten; sondern alles äußerlich fühlbar Werdende muss lediglich das natürliche Ausstrahlen des inneren geistigen Kernes ergeben - nichts Gekünsteltes, nichts Gezwungenes, nichts Nachgemachtes, sondern nur Leben!
    (nach Oskar Ernst Bernhardt - Abd-Ru-Shin)