Nachdenken über Tugenden

Denken wir einmal über Tugenden nach. Und darüber, wie man sie erwerben kann. Und was überhaupt Tugenden sind, welche wir aus spiritueller Sicht als Tugenden gelten lassen können. Wir haben das im Kreis vor einigen Jahren schon einmal durchgesprochen. Schauen wir mal, wie sich die Wahrnehmung zwischenzeitlich geändert hat.

 

Klar, über preußische Tugenden oder Soldatentugenden müssen wir nicht reden. Nehmen wir als Einstieg etwa die himmlischen Tugenden Demut, Mildtätigkeit, Keuschheit, Geduld, Mäßigung, Wohlwollen und Fleiß. Und/oder Glaube, Liebe und Hoffnung. Und/oder Fasten, Beten und Almosengeben.

 

Auch die fünf Silas lassen sich als Tugenden formulieren: Nicht töten. Nichts nehmen, was nicht gegeben wird. Nicht durch sexuelles Verhalten schaden. Nicht lügen und mit Worten verletzen. Geisttrübende Substanzen meiden.

 

Die Spirgem hält rechtes Lernen und Lehren für hohe Tugenden... Und die eine oder andere Tugend lässt sich darüber hinaus auch noch frei formulieren.

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Kommentare: 2
  • #1

    Clemens (Dienstag, 13 März 2018 18:35)

    Man könnte die Spirgem-Tugenden als Super-Tugenden bezeichnen. Nur rechtes Lernen und Lehren vermögen schrittweise ein rechtes Verstehen aller Tugenden zu bewirken, denn ohne Überwindung linearer, monokausaler Vorstellungen sind Tugenden in Wahrheit nicht zu verwirklichen. Dazu gehört darüber hinaus noch das Wissen um die drei Säulen. Eine Tugend, die sich nur auf eine oder zwei Säulen bezieht, ist tendenziell eine verfehlte Tugend.

    Und nun beginnen die Schwierigkeiten, denn... wenden wir das doch einmal auf Demut, Glauben oder Fasten an. Kann man darüber dann noch sinnvoll sprechen? Man kann tugendhaft werden, aber nicht drüber reden. Gleichwohl muss man drüber reden, um es zu werden.

  • #2

    Maria (Dienstag, 20 März 2018 22:01)

    Tugend = Tu + ge(h)end
    im Sinne von:
    1. Es muss getan werden
    2. Der Weg ist das Ziel
    3. Tugenden zu entwickeln/ verwirklichen ist ein Prozess
    4. Vom avisierten Ziel zum Werden zum Sein

    Tugend entspricht einem Zustandswort wie lebend, liebend, lachend etc.

    Jugend als Reimwort auf Tugend verweist auf den Anfängergeist, den unverbrauchten Blick, den man immer wieder aufbringen muss, um Tugenden (weiter) zu entwickeln.