Thogme 37.20

20. Solange ihr euren inneren Feind, den Haß, nicht überwunden habt, werden eure äußeren Feinde - auch wenn ihr sie besiegt - sich immer wieder erheben. Den eigenen Geist daher mit der ganzen Macht von Liebe und Mitgefühl zu zähmen ist die Übung der Bodhisattvas.

 

Das Äußere ist immer nur der Spiegel des Inneren, daher kann echte, nachhaltige Wandlung nur in der Änderung unseres Charakters passieren - und nicht im ändern wollen des Anderen, unserer Mitmenschen oder gar der Welt. Wir müssen zuerst bei uns selbst beginnen, dann erst können wir eine positive Änderung unserer Mitmenschen und in weiterer Folge unserer (Um)welt erwarten. Die „Feinde“ sind also nicht im Äußeren zu suchen, sondern oft tief versteckt in unserem Inneren. Es geht auch gar nicht darum, diese zu vernichten, sondern sie lediglich unter Kontrolle zu bringen, sie zu „zähmen“. Es wäre ja auch ein Kampf gegen Windmühlen, unsere animalischen Triebe vernichten zu wollen. Das Mittel zur Wandlung unserer AP ist nicht der Hass oder der Kampf, sondern Liebe und Mitgefühl, allerdings gepaart mit liebevoller Strenge und Konsequenz als deren Ausdruck. Dadurch erreichen wir die gewünschten Änderungen, die sich dann auch im Äußeren manifestieren werden. Direkte Änderungen im Äußeren, die in der rechten Art und Weise gemacht werden, unterstützen natürlich auch wechselwirkend die gewünschte innere Wandlung.

 

(Jonas Hochreiter)

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