Thogme 37.19

19. Auch wenn ihr sehr berühmt seid, viele euch verehren und ihr so viele Schätze erworben habt wie der Gott des Reichtums, zu bedenken, dass alle Reichtümer dieser Welt ohne Essenz sind und daher nicht arrogant zu sein ist die Übung der Bodhisattvas.

Ich denke, dass hier von der Gefahr der Einrichtung die Rede ist. Wir dürfen uns sicherlich an Schönem, was uns zuteil wird, erfreuen, doch nicht daran anhaften und verweilen, denn das ist nicht Sinn und Ziel unserer Reise. Es sind nur Gegebenheiten, denen wir  auf unserem Weg begegnen. Weg-Arbeit besteht aus dem wachsenden Erkennen, dass kein Wissen, kein Reichtum, kein Ruhm usw. etwas Wesen(tliches) besitzt, das uns auf unserem Weg erhalten bleibt und innerlich wachsen lässt. Die Einrichtung geht Hand in Hand mit der Arroganz, oder anders gesagt, mit dem Hochmut.  Dieser ist die Illusion, getrennt und unabhängig von Gott zu sein und zu glauben, WIR hätten dies Wissen und jenen Reichtum ganz allein erarbeitet und verdient. Das Gegenteil von Hochmut ist die Demut, das Erkennen, dass wir nur für ein sauberes Gefäß sorgen können und Gott aus Gnade sich darin eingießt.

 

(Ruth Gabriel)

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Kommentare: 2
  • #1

    Ruth Finder (Samstag, 10 Februar 2018 13:23)

    Ein sehr guter, viele Aspekte der Weg-Arbeit aufzeigender Gedanke (Kommentar).

  • #2

    Maria (Mittwoch, 14 Februar 2018 16:36)

    Ja, das teile ich auch so.

    Hängengeblieben bin ich am Aspekt des Wissens. Wissen als Haben wird uns mit dem Tod (oder früher) genommen. Wissen, dass wir zur Modifikation unseres Wesens nutzen, zu Sein wird, nehmen wir als Werdende mit. Das scheint mir der Unterschied zu sein, ob Wissen überdauernd ist oder nicht. Frei formuliert: „Lasst uns Schätze sein und werden, uns und anderen. Lasst uns (materielle) Schätze am Wegesrand liegen lassen lernen!“