Zen für nix - Tipp von Ruth Gabriel

https://www.arte.tv/de/videos/050297-000-A/zen-for-nothing/

 

Versteckt in den Bergen Japans liegt das Zen-Kloster Antaiji. Zen ist vor allem die Kunst der Meditation. Sie zu lernen bricht eine junge Frau auf, um hier einige Monate in das klösterliche Leben einzutauchen. Sie begegnet sich selbst. Ein Wechselspiel, das Werner Penzels Bildern und der Soundtrack von Fred Frith und Ayako Mogi zu einer eindringlichen Erfahrung werden lassen.
Achtsamkeit und Meditation stehen bei gestressten Menschen und einer boomenden Ratgeber-Branche derzeit hoch im Kurs. Doch Zen hat eine lange buddhistische Tradition, und Zazen, die Kunst der Meditation, verlangt eigentlich nur Zeit und Übung. Sie zu lernen, bricht die Schweizer Schauspielerin Sabine Timoteo in das Zen-Kloster Antaiji auf, das versteckt in den Bergen Japans liegt. Und nach einer Reise, die sie an den Industrielandschaften von Osaka und Kobe vorbei zur Westküste führt, steigt sie die lange Steintreppe durch den dichten Wald hinauf zum Kloster. Das Leben im Kloster ist bis ins Kleinste von klaren, jahrhundertealten Regeln geprägt. Bei den schweigend eingenommenen Mahlzeiten werden die Essstäbchen auf bestimmte Weise und in Verbindung mit den drei lackierten Holzschalen geführt. Das Verbeugen erfordert geistige Präsenz und das Sitzen in der Meditationshalle vor der leeren Wand die Überwindung körperlicher Schmerzen, bis auch die Muskeln sich an die neue Haltung gewöhnt haben. Die junge Frau ist bereit, in das klösterliche Leben und die Philosophie des Zen-Meisters Kodo Sawaki einzutauchen. Sie gewöhnt sich an die vielen zu beachtenden Vorschriften, das Aufstehen in der Dunkelheit, die schweißtreibende Arbeit auf den Reisfeldern oder beim Holzschlagen im Wald. Sie lernt, lacht und weint gemeinsam mit den anderen Zen-Praktizierenden aus aller Welt, den Nonnen und Mönchen und mit Abt Muho, der als Olaf Nölke in Berlin geboren wurde. Sie begegnet sich selbst und den Überraschungen des Alltags – ein Wechselspiel, dem Werner Penzel mit seinen grandiosen Bildern und Fred Frith und Ayako Mogi mit ihrem Soundtrack einen eindringlichen Rhythmus verleihen.
(arte.tv)

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Maria (Freitag, 26 Januar 2018 23:07)

    Interessanter Film. Da dachte ich spontan, ob wir nicht hier zusammen ein Kloster/ Meditationszentrum aufmachen wollen. Fehlt nur ein Asiate/in für die Aussenwirkung,
    Multi-Kulti sind wir schon :-)

    Bewegt hat mich das Zitat von Kodo Sawaki
    (das sich auf japanisch noch schöner anhört):

    "Du willst zum Buddha werden?
    Kraftverschwendung!
    Sei einfach du selbst,
    in jedem Augenblick.

    Wenn du aber versuchst,
    durch Zazen Buddha zu werden,
    erinnert mich das an Einen,
    der auf der Heimreise im Zug zu rennen anfängt -
    in der Hoffnung, schneller nach Hause zu kommen.

  • #2

    Clemens (Samstag, 27 Januar 2018 11:13)

    https://www.youtube.com/watch?v=uLOtJ3aOxP0

    Da gibt es eine ältere Doku über Antaiji und Muho. Auch recht sehenswert. Antaiji hat(te zumindest vor einigen Jahren) auch eine Webseite. Wer die bestimmt nicht einfache Erfahrung dort machen will, ist meines Wissens willkommen. Seltene Gelegenheit in Japan, denn dort sind Westler in Klöstern eher nicht willkommen. Und generell kann das teuer werden... denn die Äbte wollen (von Japanern, also auch von Euros und Amis etc.) Knete sehen.

  • #3

    Clemens (Samstag, 27 Januar 2018 11:21)

    https://www.youtube.com/watch?v=pwn0YCLaAA0

    Muho über sich selbst und das Kloster (Diavortrag).