Zeit (Link von TS)

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Interpretationen? Jenseits des Naheliegenden?

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Kommentare: 7
  • #1

    Simon (Freitag, 05 Januar 2018 14:32)

    Wer Zeit hat, hat auch den Raum
    oder besser, wer Raum hat, hat auch Zeit.
    Wer keine Zeit hat, hat meist auch keinen Raum,
    dies wiederum manifestiert sich in Raum und Zeit.^^

  • #2

    Ruth Gabriel (Freitag, 05 Januar 2018 17:19)

    Dazu, zwar nicht jenseits des Naheliegenden, eine Katz-Geschichte aus 2016:

    Löchrig

    Wieder einmal war Rabbi Jakov ben Katz auf einer Geschäftsreise nach Nikolsburg und nächtigte in der Herberge von Rabbi Abraham Chajim. Er war zeitig eingetroffen um mit Rabbi Abraham sein Mittagsmahl einnehmen und Neuigkeiten austauschen zu können. So saßen sie also beide gemeinsam im Wirtschaftsraum an einem Tisch und aßen und plauderten, als ein wild dreinblickender Mann mit einem großen Rucksack den Raum betrat. Er setzte sich unweit der beiden Rabbis zu einem anderen Gast an den Tisch und fing sofort lautstark an, sich darüber zu beklagen, dass alle Welt ihn betrügen und bestehlen würde. Einige der Gäste verließen daraufhin recht zügig das Lokal.
    Rabbi Abraham schmunzelte als Rabbi Jakov ben Katz sich erhob, zu dem Mann ging und sprach: “ Guter Mann, warum diese Vorwürfe?“. Der Mann starrte ihn finster an und antwortete: “ Vorwürfe Rabbi? Hört zu, was ich zu erzählen habe. Ganz gleich was ich erwerbe und mir in den Rucksack packen lasse – zu Hause bemerke ich jedes Mal, dass sich kaum etwas im Rucksack befindet. Und nun wollt ihr mir ernsthaft sagen, Rabbi, dass die Welt nicht aus lauter Betrügern und Dieben besteht?“ Rabbi Jakov ben Katz zeigte daraufhin auf den Rucksack des Mannes. „Guter Mann, vielleicht habt ihr Recht. Vielleicht liegt die Lösung des Rätsels aber auch einfach nur in der Tatsache begründet, dass euer Rucksack einige veritable Löcher aufweist.“
    Während er sich wieder zu Rabbi Abraham setzte, hörte er den Mann triumphierend sagen: “Seht her. Der Rabbi gab mir den Beweis, dass die Welt aus lauter Lumpen besteht, denn sie haben mir einen löchrigen Rucksack verkauft!“
    Rabbi Abraham legte freundschaftlich den Arm um Rabbi Jakov ben Katz, schaute ihn verständig an und sprach: “Mein Freund, manchmal kommt es vor, dass auch die Erkenntnis eines Menschen wie ein löchriger Rucksack ist. Da helfen keine guten Worte, sondern nur gutes Nähzeug.“

  • #3

    Clemens (Freitag, 05 Januar 2018 18:06)

    Wenn man schon selbst kein Buddha ist, sollte man wenigstens die Buddhamaske aufsetzen und versuchen, sich wie einer zu verhalten - hier: Wenn man schon keine Zeit HAT, sollte man sich zumindest am Schalter derer anstellen, DIE welche haben. Der daraus erwachsende Segen (Vorteil) ist bei Maske UND Schalter klar erkennbar.

  • #4

    Clemens (Freitag, 05 Januar 2018 18:12)

    Matthaeus 25.29

    "Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden."

  • #5

    Maria (Freitag, 05 Januar 2018 18:14)

    Nicht so schön oder komplex formuliert, aber hier meine Ideen:

    Wer keine Zeit hat, verliert den Raum, sieht keinen Raum, hat keinen Raum.
    Wer keine Zeit hat, erkennt nicht.
    Wenn man keine Zeit hat, verliert man auch noch unendlich viel Zeit.

  • #6

    Clemens (Freitag, 05 Januar 2018 18:58)

    Geduld: es kreist der leise Zeiger,
    und was verheißen ward, wird sein:
    Wir sind die Flüstrer vor dem Schweiger,
    wir sind die Wiesen vor dem Hain;
    in ihnen geht noch dunkles Summen -
    (viel Stimmen sind und doch kein Chor)
    und sie bereiten auf die stummen
    tiefen heiligen Haine vor...

    (Rilke)

  • #7

    Jonas (Freitag, 05 Januar 2018 20:59)

    These: Wer mit dem Raum eins wird, steht außerhalb der Zeit. Im ewigen Jetzt. Und altert fast nicht.

    Durch die Einheit von Betrachter, Betrachtetem und Betrachtung verliert die Zeit ihre Bedeutung. Die damit in Zusammenhang stehenden Flow Erlebnisse (beispielsweise beim Holzhacken) wirken direkt auf die Zeit. Das beschränkt sich aber nicht nur auf das subjektive Zeitempfinden, sondern kann sich auch technisch-objektiv manifestieren, beispielsweise in Form von Uhren, die schneller oder langsamer laufen.