Berühren des Gewandes

Mt 9,20 Und siehe, eine Frau, die seit zwölf Jahren den Blutfluss hatte, trat von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes.


Mt 14,36 und sie baten ihn, dass sie nur den Saum seines Gewandes berühren dürften. Und alle, die ihn berührten, wurden gesund.


Mk 5,27 Da sie von Jesus gehört hatte, kam sie in der Menge von hinten heran und berührte sein Gewand.


Mk 6,56 Und wo er in Dörfer, Städte oder Höfe hineinging, da legten sie die Kranken auf den Markt und baten ihn, dass diese auch nur den Saum seines Gewandes berühren dürften; und alle, die ihn berührten, wurden gesund.


Lk 8,44 Die trat von hinten heran und berührte den Saum seines Gewandes; und sogleich hörte ihr Blutfluss auf.

 

Das Berühren des Gewandes kann auf zweierlei Weise gedeutet werden: Als positive (kataphatische) und als negative (apophatische) Annäherung an Gott.

 

Im ersten Fall sehen wir darin die Hinwendung zum wahrgenommenen Gott und die demütig sich annähernde Berührung mit einem klaren Anliegen. Hier wird Gott praktisch überrumpelt. Bei Markus 5.27 spürt er (Jesus) Kraft von sich ausgehen und bemerkt dies mit Erstaunen - billigt es aber nachträglich.

 

Im zweiten Fall steht das Gewand für das, was Gott verhüllt. Diese Hülle gibt uns die Richtung vor. Ob wir aber über die Hülle hinaus einen Kontakt erfahren dürfen, müssen wir mangels Wissen über den Inhalt der Hülle offenlassen. Wir stürzen uns in die Wolke des Nichtwissens, hinein in das Nicht-Licht (Über-Licht) der dunklen Gottheit.

 

Allerdings: Auch hier scheint Gott nicht gänzlich frei zu sein - obwohl das natürlich eine unwahrscheinliche Annahme ist. Seine Freiheit besteht vielleicht mehr im Wann als im Ob seiner Offenbarung.

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