Mystik II

In der Auseinandersetzung mit der christlichen Mystik können wir zwei vielleicht vertikal gegenüberstehende Ansätze benennen. Einmal die negative (apophatische) Mystik, die, kurz gesagt, Gott als letztlich für den Menschen unerkennbar, unbegreifbar und sogar unerreichbar ansieht, und andererseits die positive (kataphatische) Mystik, die von der Möglichkeit einer Einswerdung (unio mystica) mit Gott ausgeht.

 

Meines Erachtens sind diese Gegensätze nur trennungsweltliche Gegensätze, die man getrost als höhere Einheit ansehen kann. Beispiel dafür ist etwa "Die Wolke des Nichtwissens", bei der zwar auch eine anfängliche Unzugänglichkeit Gottes angenommen wird, aber dann davon ausgegangen wird, dass Gott selbst sich von sich aus dem sich in die Unzugänglichkeit hineinstürzenden Menschen offenbaren kann - er sich also erfahrbar macht.

 

In der Wikipedia lesen wir von einer anderen Unterteilung, die dann mehr horizontal zu sein scheint und sich auf den ersten Blick auf die positive Mystik allein bezieht. Unterschieden wird dort zwischen einer mehr intellektuellen Mystik und einer mehr sinnlichen (Liebes-)Mystik. Auch hier ist wieder leicht erkennbar, dass beide Seiten ein Spektrum umgrenzen und somit keine wirklichen Gegensätze sind.

 

Es gibt eine Reihe von mystischen Ansätzen, die sich unterschiedlich stark diesen und anderen Kategorisierungen zuordnen lassen. Ein weites Feld für interessierte Wahrheitsforscher.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0