Wiedergabe von Maria II

Shivapura Baba erzählt John G. Bennett folgende Geschichte:

Es gibt die Geschichte eines Jungen namens Dhruva. Da er sehr empfindsam war, schickte ihn seine Stiefmutter fort; er ging in den Wald. Dann saß er unter einem Baum und er wollte Gott schauen.

Da kam ein Heiliger vorbei und sagte: „Du bist sehr jung, du wirst nicht zu Gott finden.“
Der Junge antwortete: „Nein, nein, sprecht nicht so. Sagt mir, wo ich Gott sehen kann.“
Der Heilige sagte: „Ich werde gehen und Gott fragen und dir seine Antwort geben.“

Der Heilige ging also und suchte Gott auf und sagte ihm, was der Junge gefragt hatte.
Dann sprach Gott: „Ich werde nicht zu ihm gehen, es wird lange dauern, bis ich zu ihm gehe. Er sitzt unter einem Baum. Sag ihm, er soll die Blätter an jenem Baum zählen. Ebenso viele Leben muß er hinter sich bringen, dann erst werde ich zu ihm gehen.“

Der Heilige kehrte zurück und sagte dem Jungen: „Es ist zwecklos, hier zu sitzen. So viele Leben wirst du abschließen müssen, dann erst wirst du Gott sehen.“

Der Junge sagte: „Gut, wenn ich all diese Leben hinter mich bringe, wird er zu mir kommen, diese Zusicherung hast du mir gegeben. Damit bin ich zufrieden.“


Er blieb dort sitzen.

Dann wollte Gott ihn prüfen. Er nahm die Form eines Löwen an und begann wild zu brüllen und näherte sich dem Jungen. Dieser sah den Löwen und sagte: „Oh Löwe, komm rasch her und friß mich auf. Ein Leben ist vorüber. Ich bin Gott näher.“

Keine Furcht, nichts dergleichen in ihm. Er wollte nur Gott, da offenbarte sich Gott ihm gleich.

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Kommentare: 1
  • #1

    Simon (Mittwoch, 22 November 2017 16:28)

    Spontan viel mir dazu dieser Spruch ein:
    "Sich Hingeben ist fast immer auch ein Aufgeben,
    ein Aufgeben aber selten ein Hingeben."