Weg-Arbeit

Eines Tages im April war der junge Jakov ben Katz wieder einmal mit dem  Nachbarsjungen Eli auf dem Weg zur Schul. Es war nach einer Woche Aprilwetter mit Sturm, Hagel und Regen der erste schöne und sonnige Tag. Als die Schul in Sichtweite lag, sagte Eli: „ Du schuldest mir noch eine Revanche, Jakov. Wer zuerst in der Schul auf seinem Platz sitzt.“ Sprachs und sprintete los, ohne auf die Pfützen und großen Schlammlöcher zu achten.


Jakov ging langsam hintendrein, bei jedem Schritt sehr aufmerksam und darauf achtend, wohin er seinen Fuß setzte, um nicht in die Schlammlöcher zu treten oder auf dem nassen, moddrigen Boden auszurutschen.


In der Zwischenzeit war Eli bereits in der Schul angekommen. Gerade als Jakov ebenfalls das Ziel erreichte, wurde die Tür geöffnet und der Rabbi hielt mit spitzen Fingern Eli am Kragen und schickte den völlig mit Schlamm verdreckten Jungen nach Hause. Grinsend setzte sich Jakov auf seinen Platz.

 

(Ruth Gabriel)

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