Bennett-Zitate III

„Nachdem wir etwa ein Jahr lang in Coombe Springs gelebt hatten, spielt sich ein Rhythmus ein, der meine verschiedenen Interessen und Aktivitäten ein wenig mehr miteinander in Einklang brachte. Erst da wurde mir bewusst, wie sehr mein Leben bislang in Schubladen eingeteilt gewesen war. Meine Arbeit in der Kohleindustrie hatte nichts mit meiner Arbeit mit Ouspensky und in den Gruppen gemein. Mein Interesse an der Geometrie höherer Dimensionen und meine Überzeugung, dass die Ewigkeit so real wie die Zeit ist, schienen in beiden keinen Platz zu haben. Ich korrespondierte nach wie vor sporadisch mit Freunden aus dem Nahen Osten und hatte meinen Plan von einer langen, geheimen Reise durch Asien nie aufgegeben - aber es war doch nicht mehr als ein Traum. Ich hielt meine Fremdsprachen in Übung, benutzte sie aber kaum. In meinem Privatleben war ich nicht weniger gespalten. Von meiner Frau ging eine und von meiner Tochter eine ganz andere Art von Impulsen aus und daneben gab es noch andere, die sich in kein Muster einfügen wollten. Ich war kurz gesagt nicht ein Mensch, sondern mehrere, die sich einen Körper teilten und doch getrennte Leben lebten.“ (S. 259)

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