Philippus 2.046

Spruch 119: Ein Hausherr erwarb alle Sachen, seien es Kinder oder Sklaven oder Vieh oder Hunde oder Schweine, sei es Weizen, sei es Gerste oder Stroh oder Gras oder [...] oder Fleisch oder Eicheln. Weise aber war er, und er kannte die Nahrung jedes einzelnen. Den Kindern legte er Brot vor [...], den Sklaven legte er vor [...] und Korn vor. Und den Tieren warf er Gerste vor und Stroh und Gras. Den Hunden warf er Knochen vor, den Schweinen aber warf er Eicheln hin und Brot [...]. Ebenso verhält es sich mit dem Jünger Gottes. Wenn er weise ist, versteht er die Jüngerschaft. Die körperlichen Gestalten werden ihn nicht täuschen, sondern er wird auf die Beschaffenheit der Seele eines jeden einzelnen blicken und (entsprechend) mit ihm reden. Es gibt viele Tiere auf der Welt, die menschliche Gestalt haben. Wenn er diese erkennt, wird er den Schweinen Eicheln vorwerfen, dem Vieh aber wird er Gerste und Stroh und Gras vorwerfen. Dem Hund wird er Knochen hinwerfen. Den Sklaven wird er die Ersten (= anfängliche Lehren) geben, den Kindern wird er die Vollkommenen (= vollständige Belehrung) geben.

Spruch 120: Es gibt den Sohn des Menschen, und es gibt den Sohn des Sohnes des Menschen. Der Herr ist der Sohn des Menschen, und der Sohn des Sohnes des Menschen ist der, der durch den Sohn des Menschen erschaffen wird (oder: erschafft). Der Sohn des Menschen erhielt von Gott die Fähigkeit zu schaffen. Er hat (auch) die Fähigkeit zu zeugen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 7
  • #1

    Jonas (Montag, 02 Oktober 2017 21:31)

    119 - eine gute Beschreibung dessen, was wir unter der "Geschicktheit der Mittel" verstehen.

    Das Wort "Hausherr" im ersten Satz trifft es sehr gut, nämlich jemand, der Herr im eigenen Haus ist, der also seine drei Körper beherrscht. Jeder bekommt von ihm -perfekt angepasst an seinen Entwicklungsstand und seinen aktuellen Bedürfnissen - genau das, was er braucht, um voranzukommen, sich weiterzuentwickeln.

    Der "Jünger Gottes", also der rel. vollendete Meister, lässt sich von den "körperlichen Gestalten nicht täuschen", da er "auf die Beschaffenheit der Seele jedes einzelnen blicken" kann, also über die Schau verfügt und durch diese Fähigkeit genau weiß, was zu tun ist.

    Den Sklaven (diejenigen, die noch tief in der Verwechslung stecken, versklavt an ihre egoistischen Elementale) wird er die Ersten (= anfängliche Lehren) geben, den Kindern (des Brautgemaches, der ESG) wird er die Vollkommenen (= vollständige Belehrung) geben.

  • #2

    Jonas (Montag, 02 Oktober 2017 21:33)

    Hallo Clemens, bitte #2 löschen, ich weiß nicht, warum der Text 2 mal aufscheint.

  • #3

    Ruth Gabriel (Dienstag, 03 Oktober 2017 10:27)

    Zu Spruch 120):
    „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“
    – Joh 1,14
    Christus der Logos ist der “Sohn des Menschen“, der kosmische Mensch, das Ziel, das wir auf unserem Weg anpeilen. Er ist der einzige Sohn Gottes, der vollkommene Ausdruck von Gottes Willen und Liebe und kann dadurch erschaffen und zeugen. Wir sind die Söhne von Christus (uns einander Brüder), die von ihm, durch ihn (durch unser Erkennen und Nachfolgen) erschaffen werden/erschaffen, aber nicht zeugen können.

  • #4

    Ruth Gabriel (Dienstag, 03 Oktober 2017 10:37)

    Ergänzung zu #3:
    Zeugen in seiner Bedeutung als Gottes Willen und Liebe vollkommen erkennen lassen, zum Ausdruck bringen.

  • #5

    Simon (Dienstag, 03 Oktober 2017 11:15)

    Spruch 120: Eine mögliche Interpretation.
    Der Mensch, das Abbild (Darstellung) Gottes.
    Der Sohn des Menschen als h:S.
    Der Herr ist oder sollte das h.S sein.
    Der Sohn des Sohnes ist hier die A.P vom h.S.
    Die Fähigkeit des Schaffens durch das h.S unterscheidet sich von der Fähigkeit des Schaffens der A.P.
    Während die A.P lediglich Fußabdrücke hinterlässt und diese als Schaffen
    interpretiert, liegt das eigentliche Schaffen beim h:S.
    Das h.S schafft, in dem es Bedingungen unterstützt, die einer Ausrichtung seiner Natur gemäß entsprechen.
    Seiner Natur gemäß ist das h:S auch Zeuge des absoluten Seins, graduell wird sich die Fähigkeit im h:S unterscheiden, je nach Entwicklung, aber was das Bezeugen der Ausrichtung angeht wohl nicht.

  • #6

    Clemens (Dienstag, 03 Oktober 2017 11:58)

    Servus Jonas - ich nutze Deinen aktuell zweiten Kommentar mal für eine Info an alle: Aufgrund irgendwelcher Verarbeitungs- und Umsetzungsfehler der Software der Webspaceanbieter kommt es manchmal kurzfristig zu Doppeldarstellungen eingegebener Kommentare. Oder eingegebene Kommentare tauchen nicht zeitnah auf. Ich hatte beides schon mehrfach. Nicht beunruhigen lassen und einfach abwarten. Nach einer Weile sollte das Problem von selbst behoben sein.

    Diesen und Jonas Zweitkommentar lösche ich dann tatsächlich in der Kommentarzusammestellung - bzw. bitte ich K. das zu tun, da SIE fleißig die Erfassung vornimmt.

  • #7

    Clemens (Mittwoch, 04 Oktober 2017 10:22)

    zu 119) Ja, Geschicktheit der Mittel drängt sich auf. Mit R.F. überlegte ich mir als Kommentar: "Geschicktheit der Mittel" Punkt. ^^
    Als Hausherrn könnte man auch Gott annehmen, der alles "erwarb" (schuf) und allen Bedürfnissen optimal genügte. Der "Jünger" wäre dann wie bei Jonas der mit vollendeter Geschicktheit der Mittel ausgestattete Meister.
    Eine schöne Vorstellung: So agieren können. Und davor - so behandelt werden, bevor die Karmakeule zuschlägt.