Philippus 2.042

Spruch 107: Damit wir werden [...], bevor wir verlassen [...]. Wer immer das All empfangen hat [...] hierhin in der Lage sein [...] dieser Platz, sondern er wird [... die Mitte] wie ein Unvollkommener. Allein Jesus kennt das Ende von diesem.

Spruch 108: Der heilige Mensch (= Priester) ist vollkommen heilig, bis zu seinem Körper. Denn wenn er das Brot empfangen hat, wird er es heilig machen oder den Kelch oder alles Übrige, das er empfängt, indem er es reinigt. Und wie soll er nicht auch den Körper reinigen?

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Kommentare: 3
  • #1

    Jonas (Donnerstag, 21 September 2017 15:21)

    zu 108) Wir sollten uns immer bewusst sein, dass unsere Körper - auch der materielle Körper, der hier explizit angesprochen wird - zusammengefasst als Alltagspersönlichkeit mit ihren Bedürfnissen nichts Unreines, Schmutziges, zu Verleugnendes sind, sondern einfach der Ausdruck des Entwicklungsstandes unseres höheren Selbstes in den Welten der Trennung. Die AP ist dabei nichts von uns Getrenntes, Separiertes, wir SIND ja unsere Alltagspersönlichkeit, sie ist integraler Bestandteil unseres Selbstes. Da gibt es meines Empfindens nach keine Trennung, es geht durchgängig hinauf bis in die höchsten Höhen, auch wenn wir dorthin noch keinen bewussten Zugang haben.

    Problematisch wird es nur dann, wenn wir uns mit unserer AP verwechseln und unser höheres Selbst in seiner Verwirrung meint, ausschließlich die AP zu sein und damit in den Hintergrund tritt. Wenn sie der AP sozusagen das Spielfeld überlässt. Wenn wir da drinnenstecken müssen wir es wieder hinkriegen, die Verhältnisse richtigzustellen, indem wir Selbstbewusstsein erlangen und der AP ihren gebührenden Platz als unsere Ausdrucksform, als unser "Gefährt" in den Trennungswelten zuweisen. Als das Gebilde, das es uns erst ermöglicht, Erfahrungen zu sammeln. Und das ist nicht von geringem Wert.

    Hand in Hand damit geht die Reinigung unseres psychonoetischen Körpers, aber auch unseres materiellen Körpers (beispielsweise von Körperelementalen, auf die gerne vergessen wird), bis wir letztlich einen Zustand erreichen, wo alles, was wir in den Welten der Trennung in Einklang mit dem göttlichen Plan wirken, rein ist. Also wo wir die Handlungen, die wir setzen, wie in 108) beschrieben "heiligen".

  • #2

    Clemens (Montag, 25 September 2017 10:48)

    zu 107) Dieser Spruch ist ebenfalls sehr verstümmelt und eine Deutung, die sich am Text orientiert ist schwer möglich. Da muss man schon sehr schöpferisch schreiben. Ein mögliches Beispiel ist der Text des Lectoriums:

    "Wer aber das All gewinnt, ohne Herr zu sein über das All, gelangt nicht an jenen Ort der Vollkommenheit, sondern er geht in die Mitte, die dazwischen ist, als ein Unvollendeter. Nur Jesus kennt das Ende eines solchen Menschen."

    In dieser Form ist der Spruch recht rund - könnte aber wiederum selbst eine Deutung gebrauchen. Gemeint ist vielleicht eine gnostische Sichtweise, die entweder zwischen einmaligen Lebensläufen und daraus resultierenden Qualifikationen unterscheidet: a) Vernichtung/Auflösung der Individualseele, b) Halbqualifikation und c) Vollqualifikation - oder die sich auf Endzustände der Gesamtentwicklung bezieht: a) Vergehen/Verbleib der Individualseele in den absterbenden Trennungswelten, b) Zwischenreich und c) Aufstieg in das Lichtreich.

  • #3

    Ruth Finder (Dienstag, 26 September 2017 16:46)

    zu 107) Wenn ich den Text des Lectoriums als Vorlage nehme, dann ist z.B. derjenige, der übersinnliche Kräfte und Erkenntnisse erlangt hat, sie aber nicht beherrscht, sondern wegen noch vorhandenem Egoismus diese Kräfte für sich benutzt oder - noch schlimmer - schwarze Magie betreibt, also unvollkommen, unvollendet ist und bleibt. Er steckt sozusagen zwischen den Welten.

    Den Satz mit Jesus würde ich aber in dieser Hinsicht anderes interpretieren. Nicht dass "Jesus kennt das Ende eines solchen Menschen" ist in dem Spruch dann gemeint, sondern er kennt das Ende dieses unvollendeten ZUSTANDES.

    "Allein Jesus kennt das Ende von diesem" bedeutet, dass Jesus nicht nur das All (das Reich des Vaters) empfangen hat, sondern dass er hat auch diese göttlichen, kosmischen Kräfte richtig benutzt (beherrscht): also nicht für den eigenen Nutzen und die eigene Erlösung, sondern für die Erlösung aller Menschen. Erst dadurch wurde er ein vollkommen Vollkommener, stieg zu dem Licht auf und wurde damit ein Vollendeter.