Jesus Neumann

Aus „Jesus - der erste neue Mann“ von Franz Alt (geb. 1938, Studium der Geschichte, Politischen Wissenschaft, Theologie und Philosophie):

„Sein „Vorläufer“ und Lehrer Johannes predigte noch: Denkt um und tut Buße! Das ist heute noch kirchliche Lehre. Doch Jesus empfahl etwas ganz anderes und völlig Neues: Kehrt um und vertraut! Der Unterschied ist fundamental. Jesus lehrte: Setzt Gott keine Grenzen, weder durch Dogmen, noch durch Verstand, noch durch „Glauben“. Das griechische „pisteuein“ wird noch immer mit „glauben“ im Sinne von „ungeprüft für wahr halten“ oder „blind glauben“ übersetzt. Es heißt aber: vertrauen! Wer im Sinne Jesu vertraut, macht das, wovor die Kirchen panische Angst haben, weil sie dabei ihre Macht über Menschen verlieren: eigene Gotteserfahrungen. Er muß nicht mehr glauben, er weiß und vertraut! Die Erzsünde der Kirche ist, daß sie „Glauben“ verordnet, anstatt zu Vertrauen und zu eigener Gotteserfahrung anzustiften. Glauben ohne Erfahrung ist Aberglauben und Jesus nachfolgen heißt: wie Jesus der Liebe Gottes vertrauen.

 

(zitiert von Ruth Gabriel)

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Kommentare: 1
  • #1

    Ruth Finder (Freitag, 15 September 2017 15:13)

    Die folgende Geschichte ergänzt, aus meiner Sicht, ganz gut die erhellende Aussage von Franz Alt.

    Rabbi Mendel von Rymanov sprach einmal: "Wenn man sogar den einfachsten Mann fragt, ob er glaube, dass Gott der Einzige in seiner Welt sei, wird er nachdrücklich antworten: 'Was fragst du!' Wissen doch alle Geschöpfe, dass er der Einzige der Welt ist.' Fragt man ihn aber, ob er zum Schöpfer Vertrauen habe, dass er ihm alles zukommen lässt, dessen er bedarf, dann stutzt er und sagt nach einer Weile: 'Ja, zu dieser Stufe bin ich noch nicht gelangt!' In Wahrheit jedoch sind Glaube und Vertrauen zusammengeschlossen, und keins kann ohne das andere sein. Wer stark glaubt, vertraut auch stark; wer aber Gott nicht völlig vertraut, bei dem ist auch der Glaube nur schwächlich. Darum spricht Gott: 'Da, ich lasse euch Brot vom Himmel regnen.' Das heißt: 'Ich vermag euch Brot vom Himmel regnen zu lassen. Wer aber in meiner Lehre geht, der liest an jedem Tag das diesem Tag zustehende Maß auf und sorgt sich nicht um den morgigen Tag.'"