"Trungsucht" - Chögyam Trungpa

In der englischsprachigen Wikipedia wird er "Master" genannt - in der deutschen nicht. Er wird lediglich als Linienhalter zweier der vier großen buddhistischen Traditionen Tibets bezeichnet. In der deutschen Wikipedia wird sein Tod einem Herzinfarkt zugeschrieben. In der englischen liegt das Schwergewicht mehr auf schwerer Trunksucht und Leberzirrhose... Da klingen unterschiedliche Rücksichtnahmen an.

 

In jedem Fall scheint Chögyam ein lustiger Vogel gewesen zu sein. Und spirituell mag er einiges drauf gehabt haben. Aber wie wir feststellten: Im Buddhismus, und speziell im tibetischen Buddhismus, der sehr stark die zwingende Notwendigkeit eines Meisters und die Hingabe an ihn als Voraussetzung für den spirituellen Aufstieg der Schüler betont, stellt die Ablehnung der Vorstellung eines HS in Verbindung mit einer AP ein Problem dar, durch welches keine wirklich schlüssige Erklärung für "meisterliche" Defizite möglich ist. Wir können klar erkennen, dass ein "Meister" mit einer selbstzerstörerischen Trunksucht kein (relativ) vollendeter Meister sein kann. Muss er ja auch nicht sein. Allein diese Vorstellung eines ach so tollen Meisters ist ja schon problematisch. Da werden dann nämlich die Defizite wegerklärt: Drunken Master, Heiliger Narr, Geschicktheit der Mittel... Aber der Meister ist ein Meister ist ein Meister!

 

Besser kümmern wir uns um unseren eigenen Scheiß und reichen nach Möglichkeit einem unvollendeten Meister die Hand zur Hilfe. Jedenfalls wenn er sich denn helfen lässt, denn gerade bei einem unvollendeten Meister ist damit zu rechnen, dass die AP schnell sehr aversive Reaktionen zeigt, wenn wir ihr den Meistermeistermeisterstatus aberkennen wollen. Das sieht sie dann nämlich nicht als freundliche Hilfe.

 

Dann gilt wieder: Kümmern wir uns um unseren eigenen Scheiß!

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