Philippus 2.032

Spruch 79: Die Frau aber vereinigt sich mit ihrem Gatten im Brautgemach. Die sich aber im
Brautgemach vereinigt haben, werden sich nicht mehr trennen. Deshalb trennte sich Eva
von Adam, denn sie hatte sich nicht mit ihm verbunden im Brautgemach.

Spruch 80: Die Seele Adams enstand aus einem Hauch. Ihr Partner ist der [Geist
(Pneuma)]. Seine Mutter ist der (Geist), der ihm gegeben wurde. Seine Seele wurde von
ihm [genommen], sie gaben ihm einen [Geist] an ihrer Stelle. Als er sich (mit dem Geist)
vereinigte, [sprach er] einige Worte, die erhabener als die Kräfte waren. Sie beneideten ihn
um den pneumatischen Partner. [...] verborgen [...] Gelegenheit [...] für sich selbst allein
[...] Brautgemach, so dass [...].

Spruch 81: Jesus offenbarte sich [...] Jordan. Das [Pleroma des Reiches] der Himmel.
Der, [der] vor dem All gezeugt war, wurde wieder geboren. Der, [der] einst [gesalbt
wurde], wurde wieder gesalbt. Der, der gerettet worden war, rettete wieder (andere).

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Kommentare: 3
  • #1

    Ruth Finder (Montag, 07 August 2017 12:44)

    zu 81) Ich denke, dass es hier um die Erweckung eines Menschen zum geistigen Leben durch die höhere Kräfte und sein darauf folgendes Erwachen in der göttlichen Fülle geht, was ihm wiederum ermöglicht und zu einem Anliegen werden lässt, den anderen - soweit sie bereit sind - zu helfen, den Weg des Erwachens zu gehen.

  • #2

    Clemens Satorius (Mittwoch, 16 August 2017 09:31)

    zu 79) Frau und Gatte - Mann und Gattin. Beide stehen hier wieder für AP und HS, die durch das Mysterium des Brautgemaches (Satori, Durchbruch, Einsicht, Erleuchtung etc.) wieder in eine realistische Einheit verwandelt werden, bei der die AP zum Ausdruck des SELBSTbewussten HS in den Trennungswelten wird und nicht mehr als abgespaltene Eva oder als abgespaltener Adam ein illusionäres, durch Verwechslung hervorgerufenes Eigenleben führt.

  • #3

    Jonas (Montag, 04 September 2017 09:06)

    In Spruch 80 erklärt der Autor des Philippusevangeliums in direktem Bezug zu Spruch 79 nochmals den Zusammenhang zwischen höherem Selbst mit seinem göttlichen Wesenskern und seiner inkarnationsbedingten Verwechslung mit der Alltagspersönlichkeit, diesmal in einem anderen Bild:
    "Die Seele Adams entstand aus einem Hauch. Ihr Partner ist der [Geist (Pneuma)]. Seine Mutter ist der (Geist), der ihm gegeben wurde" - hier wird der göttliche Teil von uns (als Hauch) angesprochen, eingebettet in unserem höheren Selbst.
    "Seine Seele wurde von ihm [genommen], " - der Mensch hat sein wahres Selbst, seine "Seele" als bewusstseinsvermittelndes Konstrukt, verdrängt und verwechselt sich mit seiner Alltagspersönlichkeit: "sie gaben ihm einen [Geist] an ihrer Stelle." Statt des ergänzten Begriffes [Geist] passt hier meiner Meinung nach die Rosenkreuzer Ergänzung "Abbild" besser, da damit die Verwechslung mit der AP (als Abbild) deutlicher zum Ausdruck kommt. Mit "Sie" sind wahrscheinlich die "die Mächte der Erde", also machtvolle, menschengeschaffene Elementale zu verstehen, welche von der ätherischen Vitalität der Menschen leben.
    "Als er sich (mit dem Geist) vereinigte, [sprach er] einige Worte, die erhabener als die Kräfte waren. Sie beneideten ihn um den pneumatischen Partner..." Ein Mensch, der sich seines höheren Selbstes wieder bewusst wird und lernt, seine AP bewusst zu kontrollieren, ist "erhaben", spricht "Worte, die erhabener sind als die Kräfte", hat also Zugang zur Wahrheit. Elementale haben keine göttlich unsterbliche Basis, die aus sich selbst heraus Bestand hat, sie "beneiden" daher den Menschen um seinen Pneumateil.
    Die konsequente, systematische Rückverbindung unserer "Seele" mit unserem göttlichen Funken geschieht durch Weg-Arbeit im "Brautgemach", das auch als die spirituelle Gemeinschaft verstanden werden kann, die für die Allgemeinheit "verborgen" ist.