Jetzt mal Buddha bei die Fische

Das Herz-Sutra


Avalokitesvara Bodhisattva, in tiefste Weisheit versenkt, erkannte, daß die fünf Skandhas leer
sind und verwandelte damit alles Leid und allen Schmerz.


Sariputra! Form ist nichts anderes als Leere, und Leere ist nichts anderes als Form. Form ist
identisch mit Leere und Leere ist identisch mit Form. Und so ist es auch mit Empfindung,
Wahrnehmung, geistiger Formkraft und Bewußtsein.


Sariputra! Alle Dinge sind in Wahrheit leer. Nichts entsteht und nichts vergeht. Nichts ist
unrein, nichts ist rein. Nichts vermehrt sich und nichts verringert sich. Es gibt in der Leere
keine Form, keine Empfindung, Wahrnehmung, geistige Formkraft und kein Bewußtsein,
keine Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper oder Geist; es gibt nichts zu sehen, hören, riechen,
schmecken, fühlen oder denken, keine Unwissenheit und auch kein Ende der Unwissenheit,
kein Altern und keinen Tod, noch deren Aufhebung, kein Leiden und keine Ursache des
Leidens, kein Auslöschen und keinen Weg der Erlösung, keine Erkenntnis und auch kein
Erreichen. Weil es nichts zu erreichen gibt, leben Bodhisattvas Prajna Paramita und ihr Geist
ist unbeschwert und frei von Angst.


Befreit von allen Verwirrungen, allen Träumen und Vorstellungen, verwirklichen sie
vollständiges Nirvana.


Alle Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft leben Prajna Paramita und
erreichen damit die höchste Erleuchtung. Erkenne deshalb, daß Prajna Paramita das große
Mantra ist, das strahlende Mantra, das unübertroffene Mantra, das höchste Mantra, das alles
Leiden stillt. Dies ist die Wahrheit, die Wahrheit ohne Fehl. deshalb sprich das Prajna
Paramita Mantra:


Gate, gate, paragate, parasamgate, bodhi, svaha!

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Kommentare: 2
  • #1

    Ruth Finder (Samstag, 05 August 2017 17:33)

    Meister Eckhart hat das Spiel "Stille Post" der Religionen nicht mitgemacht, denn er hat dieses Sutra, obgleich mit eigenen Worten, vom Sinn und Verständnis her unverfälscht wieder gegeben:

    "Aber Gott bedarf keines Bildes und hat auch kein Bild: Gott wirkt in der Seele ohne alles Mittel, Bild und Gleichnis, ja, tief in dem Grunde, wo nie ein Bild hinkam, als er selbst mit seinem eigenen Wesen.
    ... du sollst mit unbekümmerten Sinnen dich über dich selbst hinausschwingen und über alle deine Kräfte und über Weisen und Wesen in die verborgene stille Finsternis, auf das du zu einer Erkenntnis des unbekannten übergöttischen Gottes kommest. Es muss ein Wegsehen von allen Dingen sein. Gott verschmäht es in Bildern zu wirken."

  • #2

    zitiert von Clemens Satorius (Samstag, 05 August 2017 17:44)

    Spirituelle Übersetzung Gate Gate Paramgate:

    Vorbei, vorbei, weit vorbei, über alles vorbei, Erleuchtung, Hingabe.

    Gate Gate Paramgate Bedeutung und Herkunft:

    Dies ist ein Mantra, ein buddhistisches Mantra, es ist ein Mantra der Hinayana-Tradition, es ist die knappste Zusammenfassung der buddhistischen Lehre, es ist der Abschluss des Herz-Sutra. Das Herz-Sutra gilt wiederum als die knappste Zusammenfassung der so genannten Prajnaparamita-Literatur. Das ist eine sechshundertbändige Bearbeitung der Lehre Buddhas. Und der Großteil der Prajnaparamita-Literatur wurde von Nagarjuna entscheidend geprägt und kommentiert, er war der 14. Patriarch in der Linie Buddhas und er gilt als einer der ersten Schriftsteller und Philosophen des Mahayana.
    Ich hatte zwar vorher gesagt, es sei aus der Hinayana-Tradition, Theravada, aber einer anderen Tradition gemäß ist die Herz-Sutra etwas, was letztlich die Essenz auch des Mahayana Buddhismus ist. Das Herz-Sutra wird auch als Prajnaparamita Hridaya Sutra bezeichnet oder einfach nur als Hridaya Sutra. Hridaya heißt „zum Herz gehörig“. Sutra heißt „Kurzzusammenfassung“. Und der letzte Teil des Herz-Sutra, damit schließt dieses Sutra, ist: „Gate Gate Paragate Parasamgate Bodhi Svaha.“ Und „Gate“ heißt „vergangen, vergangen“ oder „gegangen, gegangen“. Und dann, „Paragate“ – „über alles hinausgegangen“. Und dann, „Parasamgate“, und das heißt „über alles überhaupt hinausgegangen“. Und dann: „Bodhi, Oh großes Erwachen, Svaha, großes Darbringen, große Verehrung.“ Also, es ist wie eine Steigerung, zunächst mal „Gate“ – „gegangen, gegangen“. Zuerst ist das wie: „Alles ist vergänglich, alles verschwindet.“ Aber „Gate Gate“ hat auch eine weitere Bedeutung: „Gehe weiter, gehe weiter, lasse alles hinter dich.“ Und dann: „Paragate, lasse alles, wirklich alles hinter dich, gehe jenseits von allem Begrifflichen.“ „Parasamgate, gehe über alles hinaus.“ „Sam“ ist irgendwie „zusammen“, das heißt „über alles zusammen, gehe hinaus“. Und dann folgt „Bodhi“, „so kommt die Erweckung, so kommt die wahre Erkenntnis“. „Svaha, dieser Erkenntnis sei alles dargebracht.“
    In dem ersten Teil ist es so etwas, was eine Aufbruchsstimmung erzeugt: „Gate Gate Paragate Parasamgate Bodhi Svaha.“ Das kann man mit einem großen Enthusiasmus wiederholen: „Gate Gate Paragate Parasamgate Bodhi Svaha. Vorbei, vorbei, weit vorbei, über alles vorbei, Erleuchtung, Hingabe. Gate Gate Paragate Parasamgate Bodhi Svaha.“ Man kann auch sagen, das sind wie die Schritte des spirituellen Erwachens. Also, zuerst: „Gehe weiter, gehe weiter.” Dann: „Lasse alles hinter dir. Lasse sogar das Hinter-Dir-Lassen hinter dir. Dann kommt Erleuchtung und zum Schluss nur noch Liebe.“
    Das waren einige Anmerkungen zu dem „Gate Gate Paragate“-Mantra, ein buddhistisches Mantra, ein Mahayana Mantra, gehört aber auch noch zur Theravada-Tradition, vermutlich schon 2000 Jahre alt, manche sagen, es ist schon über 2000 Jahre alt, das Herzstück des Hridaya Sutra, des Herz-Sutra, welches wiederum das Herzstück ist der buddhistischen Literatur. Und dort, in diesem Sutra, belehrt der Bodhisattwa Avalokiteshvara den Shariputra über die transzendente spirituelle Erfahrung.

    (http://mein.yoga-vidya.de)