Philippus 2.031

Spruch 77: Die Kräfte sehen diejenigen, die das vollkommene Licht angelegt haben, nicht und können sie nicht festhalten. Einer aber wird das Licht anlegen im Mysterium, in der Vereinigung.

Spruch 78: Hätte die Frau sich nicht vom Mann getrennt, würde sie nicht mit dem Mann sterben. Seine Trennung wurde zum Anfang des Todes. Deswegen ist Christus gekommen, damit er die Trennung, die von Anfang an bestand, wieder beseitige und sie beide vereinige und denjenigen, die in der Trennung gestorben sind, Leben gebe und sie vereinige.

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Kommentare: 3
  • #1

    Jonas Hochreiter (Freitag, 28 Juli 2017 11:57)

    Für die Interpretation von 78) bietet sich wieder an, den Mann und die Frau als Bilder für unser höheres Selbst und die Alltagspersönlichkeit zu sehen. Ursprünglich (in der ersten Inkarnation) noch eins mit dem HS, hat sich die Alltagspersönlichkeit ver-selbst-ändigt, sich vom höheren Selbst als etwas scheinbar Eigenständiges abgespalten (.."sich die Frau vom Mann getrennt").

    "Seine Trennung wurde zum Anfang des Todes", da die abgespaltene, nicht integrierte Alltagspersönlichkeit keinen dauerhaften Bestand hat und (mit dem ersten und zweiten Tod) bei jedem Inkarnationszylus selbst der Auflösung anheimfällt. Durch die Abspaltung lebt der Mensch auch -seines wahren Selbstes nicht mehr gewahr- in einem unbewussten, komatös- automatisierten Zustand, den man bildhaft gesprochen auch als "tot" bezeichnen könnte. Selbstverloren taumelt er den Impulsen seiner AP widerstandslos ausgeliefert und ihnen nachkommend, hin- und hergezogen von seinen Zu- und Abneigungen, von einer Inkarnation zur nächsten, immerfort.

    Jesus hat den Menschen den Weg gezeigt, wie man aus diesem Teufelskreis wieder herauskommen und die Trennung überwinden kann, indem man die Einheit von AP und HS wiederherstellt ("...die Trennung wieder beseitige und sie beide vereinige"). Durch sein eigenes Beispiel hat er auch für diejenigen, die tief in der Verwechslung stecken ("die in der Trennung gestorben sind"), einen gangbaren Ausweg eröffnet.

  • #2

    Ruth Finder (Freitag, 28 Juli 2017 16:22)

    zu 77) Das Ego (der dualistische Verstand) kann die Wahrheit (Licht) und die schöpferische Kräfte, die sie aufrecht erhalten, nicht erkennen (sehen). Und wenn es unter dem karmischen Druck doch zu den Erkenntnissen gezwungen wird, wird es sie nicht sinngemäß bewusst festhalten und benutzen, sondern es ignoriert, pervertiert, erdrückt sie. Der himmlische Mensch (HS/das wahre Bewusstsein) kann aber im verborgenen, geheimnisvollen Werden (in Mysterium) zur Wahrheit gelangen und sie aufrecht halten.

  • #3

    Jonas Hochreiter (Montag, 31 Juli 2017 08:46)

    zu 77) "...diejenigen, die das vollkommene Licht angelegt haben", könnte man als relativ vollendete Meister auffassen, die ihre Alltagspersönlichkeit weitestgehend kontrollieren und nach belieben gestalten können. Durch diese Macht über sich selbst sind sie erhaben, "unsichtbar" für die "Kräfte", also weltlich egoistische Elementale, Begierden, Leidenschaften, welche sie nicht mehr gefangen nehmen können (Die Kräfte...sehen diejenigen nicht und können sie nicht festhalten).

    Diesen erstrebenswerten Zustand ("das Licht") erhält man im "Mysterium", als Gnadenakt im Rahmen der spirituellen Gemeinschaft infolge der Weg-Arbeit an sich selbst, "in der Vereinigung" von höherem Selbst und Alltagspersönlichkeit.